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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
210
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210 Zweites Buch. I. Abschnitt. Das Geld in der Wirtschaftsordnung.

Damit ist, entsprechend dem oben Bemerkten, nur eine Aussageüber eine Verrichtung-, eine Funktion des Geldes gemacht. Das Geldist aber nicht eine abstrakte, von jeder materiellen Verkörperung los-gelöste Funktion, es tritt uns vielmehr in jeder gegebenen Wirtschafts-verfassung und in jedem gegebenen Wirtschaftsgebiete als ein bestimmterKreis konkreter Objekte gegenüber. Wir bezeichnen als Geld die Ge-samtheit derjenigen Objekte., welche die oben festgestellte Funktionerfüllen, und zwar nicht etwa nur gelegentlich und beiläufig, sondernregelmäfsig und in ihrer ordentlichen Bestimmung. Wir sehen dieEntstehung des Geldes erst dann als vollendet an und sprechen erstdann von Geld im vollen Sinne des Wortes, wenn bestimmte, nachäufserlichen Merkmalen unterscheidbare Objekte (vor allem die Münzen)in ihrer ordentlichen Bestimmung die besonderen Funktionen der Ver-kehrsvermittelung erfüllen, wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist,dafs sie ausnahmsweise dieser Verrichtung entzogen und zu andernZwecken verwendet werden, oder dafs gelegentlich Objekte, derenordentliche Bestimmung auf einem andern Gebiete liegt, der Verkehrs-vermittelung dienen.

Wir verstehen also unterGeld" die Gesamtheit der-jenigen Objekte, welche in einem gegebenen Wirtschafts-gebiet und in einer gegebenen Wirtschaftsverfassung dieordentliche Bestimmung haben, denVerkehr (oder die Uber-tragung von Werten) zwischen den wirtschaftenden Individuenzu vermitteln.

Mit dieser Definition ist die Stellung des Geldes im Kreise derwirtschaftlichen Erscheinungen dahin bestimmt, dafs es als dritte Gruppeder Mittelsgüter den Produktionsmitteln im engeren Sinne und denTransportmitteln gleichgeordnet zur Seite steht.

Diese Bestimmung- der Stellung des Geldes in der Volkswirtschaftdürfte sich gegenüber der von andern Geldtheoretikern vorgenommenenwohl begründen lassen.

Im Anschlufs an die allgemein übliche Dreiteilung des Lebens-prozesses unsrer Wirtschaftsverfassung, die Produktion, die Verteilung-und den Konsum, ist von den Einen das Geld als Mittel der Güter-verteilung den Produktionsmitteln und den Konsumgütern als ein dritterselbständiger Kreis volkswirtschaftlicher Forschungsobjekte gegenüber-gestellt Avorden, während von Anderen das Geld unter den Begriff desKapitals", d.h. der produzierten Produktionsmittel, als eine mit 10oder 12 anderen Unterabteilungen koordinierte Gruppe eingereihtworden ist. Knies, der die erstere Auffassung gegenüber der allge-meiner angenommenen letzteren Einteilung vertreten hat, begründetseine abweichende Rubrizierung nicht nur durch den Hinweis auf dieerwähnte Dreiteilung der wirtschaftlichen Vorgänge, sondern auch