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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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1. Kapitel. Der wirtschaftliche Begriff des Geldes. § 2.

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damit, dafs einKauf-Verkauf für sich doch eben kein Akt der Güter-produktion, sondern der (interpersonalen) Güterübertragung" sei; derEinzelne als Geldbesitzer habe in seinen Geldstücken ein Mittel, nur umGüter zu bekommen, die bereits von andern produziert sind, und das aneinen Andern weggegebene Geld sei ohne jegliche Einwirkung auf das,was mit den für das Geld empfangenen Gütern weiterhin gemacht wird.

In dieser Frage der Einteilung hängt natürlich alles davon ab,was unter den BegriffenProduktion" undVerteilung" verstandenwird. Versteht man unterVerteilung" die.Zuführung der für denKonsum fertigen Güter an die einzelnen Individuen, die Repartierungdes Gesamtergebnisses des Produktionsprozesses auf die einzelnenGlieder der Volkswirtschaft und nur in diesem Sinne läfst sich derVerteilungsprozefs dem Produktionsprozefs gegenüberstellen, dannist das Geld in unsrer Wirtschaftsverfassung entschieden mehr als ledig-lich das Mittel dieser Verteilung. Es giebt zahlreiche und wichtigeGruppen von Verkehrsvorgängen, die durch das Geld vermittelt werden,die aber unzweifelhaft dem Produktionsprozefs angehören. Hierhergehören alle diejenigen Verkehrs Vorgänge, welche Güter, Nutzungenund Leistungen zum Zwecke der Produktion zusammenführen, welcheArbeitsräume, Maschinen, Roh- und Hilfsstoffe und Arbeitskräfte demUnternehmer für die Zwecke seiner Produktion zur Verfügung stellen.Das Geld dient hier zur wirksamen Zusammenfassung von Produktions-kräften und Produktionsmitteln, zur Organisation der Produktion. SeineFunktion ist in gewissem Sinne analog derjenigen der Transportmittel,welche ebenso wie das Geld nicht nur dazu dienen, das fertige Produktdem endgültigen Verbraucher räumlich zuzuführen, sondern auch dazu,Produktionsmittel und Produktionskräfte räumlich zu vereinigen.

Indem wir dabei die Wahrnehmung machen, dafs die Transport-mittel stets anstandslos als eine Kategorie desKapitals", d. h. derproduzierten Produktionsmittel, betrachtet worden sind, kommen wirzu der Frage, wie der Begriff derProduktion" abzugrenzen ist. Wennwir diesen Begriff auf die planmäßige Umformung der Materie zuhöherer Brauchbarkeit beschränken, dann ist klar, dafs die Transport-mittel ebensowenig wie das GeldProduktionsmittel" darstellen. Miteiner kleinen Variante läfst sich mit den oben citierten Worten vonKnies gegen die Rubrizierung der Transportmittel unter dieProduktions-mittel" dasselbe sagen, was er gegen die Einbeziehung des Geldes indie Produktionsmittel ausführt: ein Transport ist für sich kein Aktder Güterproduktion, sondern der (interlokalen) Güter üb ertragung. EineUmformung der Güter tritt durch den Transport ebensowenig ein, wiedurch den durch das Geld vermittelten Besitz Wechsel. Fafst man alsodieProduktion" in dem oben definierten engeren Sinne auf, dann wärenaufser dem Gelde, dem Instrument der interpersonalen Güterübertragung,

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