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Das Geld / von Karl Helfferich
Entstehung
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9. Kapitel. Die internationale Geldverfassimg. § 2.

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ist für den ganzen internationalen Verkehr von der allergröfsten Wich-tigkeit, und dieses Verhältnis hat man meist im Auge, wenn man vonder internationalen Geldverfassung spricht.

Wenn der durch Geld zu vermittelnde Verkehr von Land zu Landden Umsatz des Geldes des einen Landes gegen das Geld des andernLandes erfordert, so ist es für die Gestaltung dieses Verkehrsoffenbar von sehr erheblicher Bedeutung, in welchem Verhältnis derAustausch zwischen dem inländischen und dem ausländischen Geldesicli vollziehen läfst, ob dieses Verhältnis ein stabiles ist, oder ob esgrofsen Schwankungen unterliegt. Es ist klar, dafs die internatio-nalen Verkehrsbeziehungen sehr erschwert werden, wenn zwischendem Gelde der verschiedenen Länder kein annähernd festes Wert-verhältnis besteht. Wer nach dem Ausland Waren verkauft undausländisches Geld dafür in Zahlung empfängt, wer im Ausland Kapitalinvestiert, dessen Zinsen oder sonstige Erträgnisse in ausländischemGeld eingehen, der mufs Wert darauf legen, mit einiger Sicherheitberechnen zu können, wie viel das ausländische Geld zur Zeit desZahlungsempfanges in seinem heimischen Landesgeld e wert sein wird.Je gröfser die Schwankungen, die in dem Wertverhältnis des Geldesverschiedener Länder stattfinden, desto gröfser wird die Gefahr einesVerlustes für diejenigen, die in ausländischem Geld Zahlung zu empfangenoder Zahlung zu leisten haben; es kommen mithin bei grofsen Schwan-kungen nur solche Transaktionen zu stände, bei denen entsprechendhohe Gewinnaussichten dem gröfseren Risiko gegenüberstehen.

Man nennt eine Währung in ihren Beziehungen zu fremden Wäh-rungenValuta", die Wertveränderungen zwischen dem inländischenund ausländischen Gelde nennt manValutaschwankungen". DieFeststellung der Ursachen, welche die Valutaschwankungen beherrschen,und der Mittel, welche geeignet sind, die Valutaschwankungen zu be-seitigen oder wenigstens auf ein unschädliches Mafs einzuschränken,stellt einen wichtigen Teil der Wissenschaft vom Gelde dar.

§ 2. Die Paritäten.

Das Problem des gegenseitigen Verhältnisses zweier nationalerWährungen ist ein verschiedenes bei den beiden Hauptkategorien vonWährungssystemen, die wir unterschieden haben: bei den gebundenenund den freien Währungen. Bei den letzteren, bei denen die Wert-bewegung des Geldes nicht durch einen bestimmten dritten Wertgegen-stand, der auch andern Geldsystemen zu Grunde liegt, bedingt ist,können im Verhältnis zu fremden Währungen unbegrenzte Schwan-kungen stattfinden. Wo aber der Wert des Geldes in Beziehung ge-setzt ist zu einem bestimmten Gewichtsquantum Edelmetall, da er-scheinen Valutaschwankungen gegenüber den auf dem gleichen Wäh-

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