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Das Geld / von Karl Helfferich
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9. Kapitel. Die internationale Geldyerfassung. § 2.

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Daraus ergiebt sich die Gleichung:

240 x 11 x 31,1 034 962 x 2790X 934,5X12X 1000

Mithin x = 20,42945, d. h. die Parität zwischen der englischenund deutschen Valuta ist 1 Pfd. Sterl. = 20,42 945 Mark oder rund20,43 Mark. In je 20,43 Mark ist so viel Gold enthalten, dals 1 Pfd.Sterl. daraus geprägt werden kann.

In derselben Weise lassen sich die Paritäten zwischen allen Gold-valuten berechnen, ebenso die Paritäten zwischen allen Silbervaluten.

Dagegen besteht eine feste Parität nicht zwischen Goldvaluten einer-seits undSilbervaluten andrerseits, denn hier fehlt die Gleichung zwischendem Geldwert der beiden Valuten und einem und demselben Geld-metall. Wenn sich das Wertverhältnis zwischen Gold und Silberändert, dann mufs sich auch der Gleichungspunkt zwischen einer Gold-und einer Silbervaluta verschieben. Bei einem Silberpreis von 61 dpro Unze Standard berechnete sich die Parität zwischen der englischenund indischen Valuta folgendermafsen:

x di 1 Rupie32 Rupien | 11 Unzen Feinsilber37 Unzen Feinsilber 40 Unzen Standard Silber1 Unze Standard Silber i 61 dDaraus ergiebt sich die folgende Gleichung:

11 x 40x61 nna _ ,

X - 82X37 22 > b ' ä '

Dagegen berechnete sich, solange Indien freie Silberprägung hatte,bei einem Silberpreise von 40 d die Parität zwischen der englischenund indischen Valuta auf ungefähr 15 d. Bei einem Silberpreise von61 d konnte man mit je 22 2 /s d soviel Silber kaufen, als zur Aus-prägung einer Rupie nötig war; bei einem Silberpreise von 40 d ge-nügten schon 15 d zu diesem Zwecke; jede kleine Verschiebung desWertverhältnisses zwischen Silber und Gold, die sich in dem in eng-lischem Goldwälirungsgelde ausgedrückten Silberpreise äufserte, mufsteauch die Parität zwischen dem englischen und indischen Gelde ver-ändern. Dagegen blieb bis zur Einstellung der indischen Silber-prägungen das indische Silbergeld stets in einer festen Parität zu denübrigen Silbervaluten, z. ß. zu der chinesischen, japanischen undmexikanischen Silberwährung.

Zwischen gebundenen Währungen und freien Währungen, sowiezwischen freien Währungen untereinander bestellt, wie bereits betont,keinerlei Parität, da die freien Valuten in ihrem Wertgange nicht anirgend einen dritten Stoff gebunden sind.