Blende die zweite mit einer Blende, welche etwa J / 3 der mechanischenOeffnung beträgt. Erscheint mit der kleineren Blende eine entferntereNummer deutlicher, so ist sphärische Aberration vorhanden. DieStrahlen in der Mitte haben eine längere Brennweite als die durchdie Blende abgeschnittenen Bandstrahlen, welche in der ersten Auf-nahme vorherrschten. Bei der Prüfung auf Fokusdifferenzen ist zuachten, ob keine Kassettendifferenz vorliegt, wobei die Negativplattenicht an gleicher Stelle der Mattscheibe liegt und so Aberrationvortäuscht.
Zur visuellen Prüfung stellt man eine dem Objektiv parallelstehende Strichzeichnung, welche bei ungefähr Naturgröße das Formatder Mattscheibe auszeichnen kann, scharf ein. Ein sphärisch gutkorrigiertes Objektiv muß in dem mittleren Kreis der Mattscheibe beieiner wenigstens dreifachen Vergrößerung eine scharfe Zeichnunggeben. Die Randschärfe wird aber auch bei guten Aplanaten, ins-besondere bei lichtstarken ohne Blende nicht ganz erreicht.
Eine ähnliche Randunschärfe wird aber auch durch astigmatischeAberration erzeugt, von der später die Rede sein wird. GewisseObjektive sind nur für eine bestimmte Einfallhöhe sphärisch korrigiert,so daß bei verschiedener Blende die Mattscheibe verschoben werdenmuß. In diesem Falle muß mit der jeweiligen Gebrauchsblende scharfeingestellt werden.
Die chromatische Aberration.
Durch die prismatische Wirkung der Linse werden die dreiFarbenkomponenten des weißen Lichtes in verschiedene Brennweiten
das menschliche Auge begünstigt, weil dasselbe am meisten für dieoptisch stärkeren gelben Strählen empfindlich ist und so die Ein-stellung auf dieses Farbengebiet veranlaßt, während die gewöhnlicheNegativplatte besonders für die chemisch aktinischen, d. h. für die imFokus näherliegenden violetten und blauen Strahlen empfindlich ist.
Wie prüfe ich ein Objektiv auf chromatische Aberration?
Man benützt wieder die in Abbildung 3 dargestellte Vorrichtung.Die Einstellung muß in der Mitte der Mattscheibe scharf sein. Eswird eine gewöhnliche Aufnahme ohne Blende gemacht. Besitzt dasNegativ an jener Stelle scharfe Zeichnung, auf welche eingestelltwurde, so besteht keine Fokusdifferenz. Befindet sich jedoch dieSchärfe an einer anderen Stelle, welche dem Einstellpunkt näher liegt,so ist das Objektiv unterkorrigiert; ist die Schärfe an einer dem Ein-
gelegt. Die Brechung ist fürRot am schwächsten, für Vio-lett am stärksten. Abbildung 4zeigt die chromatische Aber-ration der Band - und derMittelstrahlen.
Abbildung 4.
Der Fehler der chroma-tischen Aberration wird durch