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Die Photographie historischer Dokumente : nebst den Grundzügen der Reproduktionsverfahren / von P. R. Kögel
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theken, in welchen Aufnahmen für mehrfarbige Reproduktionen nichtgemacht werden, man wird dies am besten den Kunstdruckanstaltenüberlassen, kann die Quecksilberdampflampe aber bestens empfohlenwerden. Abbildung 13.

Quecksilberdampflampen werden von der Westinghouse CooperHewitt-Gesellschaft, Berlin , Wilhelmstr. 131 geliefert.

In der k. k. Hof- und Staatsdri.ckerei Wien wurde im Jahre 1911eine Moorelichtanlage eingeführt. In der Bibliotheksphotographie wirddieses Licht aus verschiedenen Gründen keine große Verbreitung finden.

In neuester Zeit wurde das orangefarbige Neonlicht bekannt,welches mit hochgespanntem Wechselstrom brennt. Zur naturgetreuenWiedergabe der Farben ist es nicht geeignet.

Die Aufnahmeapparate. Neigbare Kamera.

Zur Aufnahme kann ein gewöhnlicher Apparat dienen, der überdas Original geneigt wird, wie Abbildung 7 zeigte. Der hier dar-gestellte Apparat wird von der Firma Ernemann in Görlitz (Sachsen)geliefert. Er ist für Aufnahmen im Format von 13 x 18 bestimmt,mit einem Anastigmat von 18 cm Brennweite, einem Thornton-Pickard-Zeit- und Momentverschluß und verstellbarem Einstellspiegel versehen.Zur Aufnahme können Platten oder Planfilms, welche ebenfalls vonder Firma geliefert werden, verwendet werden. Für seitenrichtigeAufnahmen auf Papier ist er nicht bestimmt.

Bei der Wahl irgend eines anderen Apparates ist vor allem aufdie Brennweite, auf die Lichtstärke und auf die Tiefe des Objektives,sowie auf das von ihm bei geringer Blende ausgezeichnete Format zuachten, wie bereits früher erwähnt wurde.

Ein Objektiv für Reisezwecke bedarf keiner größeren Lichtstärkeals 1 : 6,8. Die bestgeeigneten Objektive sind aber Apochromate vonetwa 1:10.

Die seitenrichtige Aufnahme.

Die Aufnahme mit dem Objektiv allein gibt immer ein seiten-verkehrtes Bild, das erst auf der Kopie seitenrichtig wird. Ein seiten-richtiges Bild entsteht aber unmittelbar, wenn vor oder hinter dasObjektiv ein Prisma angebracht wird. Das Prisma ermöglicht einehorizontale Lage des Originales, ein schnelles Umwenden der Blätter,direkte Aufnahme auf Papier, erspart die Kosten der teueren und zer-brechlichen Negativplatten, ferner Zeit und Arbeit.

Das Verdienst, das Prisma in den Dienst der historischen Doku-mentenforschung gestellt zu haben, gebührt dem Abbe Rene Graffin,Professor am Institut Catholique de Paris, obwohl die Verwendungdes Prismas in der Reproduktionstechnik fast so alt wie die Photo-graphie selbst ist.

An Stelle der Negativplatte tritt ein Entwicklungspapier, welchesin Rollen in einer eigenen Kassette untergebracht wird. Das Bilderscheint auf dem Papier zwar seitenrichtig, aber mit entgegengesetzten