an einem alten Codex mit Prismenapparat und Bromsilberpapier machen.Er würde auf diese Weise sich über die Ansprüche, welche an einegute Aufnahme gemacht werden können und müssen und über dieLeistungsfähigkeit des Materials erst spät ein richtiges Urteil bildenkönnen. Selbst wenn es ihm gelingt mit festen Arbeitskonstanteneine gute photographische Vorlage nachzumachen, so wird er in demnächsten anders gearteten Falle die Arbeitssicherheit verlieren.
Man beginne mit der Aufnahme von einer Drucksache mitschwarzem scharfgeschnittenem Text auf glattem weißem Papier undbenütze dazu eine sogenannte Diapositivplatte. Mittels einer Multipli-katorkassette (Abbildung 22) mache man auf derselben Platte Auf-nahmen von der gleichen Stelle des Originals mit verschiedenen Ex-positionen. Die Diapositivplatte ist oft 20 mal weniger empfindlichals die gewöhnliche Bromsilberplatte, was bei der Exposition zu be-achten ist. Die Platte mit den verschiedenen Expositionen z. B. von1, 2, 3, 4, 5, 6 Minuten wird kurz entwickelt. Man zählt dabei etwabis 400, spült mit Wasser ab und fixiert die Platte während 6Minuten. Als Entwickler kann das in Kapitel 10 empfohlene Metol-Hydrochinon dienen. Dann mache man eine neue Serienaufnahme mitExpositionen von 6 Minuten aufwärts und zähle beim Entwickeln bis600. Auf diese Weise wird man in einer geradezu unfehlbaren Weiseein Teilbild erhalten, das glasklare Zeichnung auf wirklich dunklemFelde gibt. Bei verschiedenen Versuchen wird man beobachten können,daß eine zu reichliche Belichtung und eine zu lange Entwicklunggern Schleier oder kleine Nadelstiche verursachen.
Hat man keine Multiplikatorkassette, so bringt man vor dieNegativplatte einen dünnen Karton mit Ausschnitten, wie die Ab-bildungen 29 und 30 zeigen.
Abbildung 29. Abbildung 30.
Mit denselben wird ein Flächenteil für die Exposition freigelegt,während der übrige gedeckt ist.
Wenn die Diapositivplatte an erster Stelle erwähnt wurde, sowar es, weil diese Platte auch in den kleineren photographischenHandlungen zu erhalten ist und sich zu den erwähnten Versuchs-zwecken meist gut eignet. Es gibt aber Ausnahmen.