Druckschrift 
Die Photographie historischer Dokumente : nebst den Grundzügen der Reproduktionsverfahren / von P. R. Kögel
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

49

zu ermitteln. Man soll sich daher an solche Gebrauchsanweisungenhalten, da bei Platten die Gradation, bei Papieren aber die Farbe dengehegten Erwartungen sonst oft nicht entspricht.

An dieser Stelle wollen wir nur von einem Reduktionsmittelmehrere Zubereitungsvorschriften geben, nämlich von Glycin, der alsRapid- und ZeitentWickler klar arbeitet und gut deckt. Dann sei nochdie Zusammensetzung einiger besonderer Lösungen angegeben.

Von anderen bekannteren Entwicklern sollen nur ihre besonderenEigenschaften erwähnt werden.

Zum Ansetzen des Entwicklers wird entweder abgekochtes underkaltetes oder destilliertes Wasser benützt.

Das schwefligsaure Natron darf nicht zu schwefelsaurem Natronverwittert sein. Es muß daher in Gläsern und nicht in Düten auf-bewahrt werden. Schwefligsaures Natron (Natriumsulfit) ist nicht mitdem unterschwefligsauren Natron oder Fixiernatron zu verwechseln.Letzteres verursacht in dem Entwickler gerne Schleier. Hat mandaher Fixiernatron berührt, so spüle man die Finger mit Wasser abund trockne am Handtuch. Beim Einhalten dieser Regel werden vieleMißerfolge und Zweifel erspart bleiben, obwohl ein paar TropfenFixiernatron einen Entwickler nicht immer gebrauchsunfähig machen.

Die Entwicklerbestandteile müssen nacheinander gelöst werden,wenn in den Gebrauchsanweisungen nicht eine andere Reihenfolgeangegeben wird.

Glycin ist ein weißliches Pulver, das im Wasser schwerlöslich,in Alkali dagegen leichtlöslich ist. Das Natriumsulfit wird also zuerstgelöst und dann wird das Glycin beigegeben.

Als Rapidentwickler in einer Lösung:

Wasser (warm). 1000 ccm

Natriumsulfit. 25g

Glycin. 10 g

Aetzkali. 8 g

Für normal belichtete Platten mischt man 1 Teil Lösung mit15 Teilen Wasser.

Rapidentwickler in zwei getrennten Lösungen:

Lösung I. Wasser. 1000 ccm

Natriumsuffit. 250 g

Pottasche. 12 g

Glycin. 25 g

Lösung II. Wasser. 1000 ccm

Aetzkali.100 g

Für normalbelichtete Platten nehme man 4 Teile der Lösung Iund 1 Teil der Lösung II und 15 Teile Wasser.

Für gewöhnliche Entwicklung in einer Lösung:

Wasser. 1000 ccm

Natriumsulfit. 250 g

Pottasche. 250 g

Glycin .. 50 g

Bedielt 44. 4