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Negativ-Kalt-Lack (nach Valenta):
Alkohol (absol.). 200 ccm
Sandarc.100 g
Benzol. 400 ccm
Aceton. 400 ccm
Znm Lackieren der Negative wird auch vielfach der im Handelleicht erhältliche Zaponlack benützt. Die meisten Fabriken photo-chemischer Produkte stellen brauchbare Negativ-Lacke her.
In das Gebiet der Verstärkung und Abschwächung gehört dieRetouche. 1 ) Sie soll von dem Dokumentenphotographen nur dannangewandt werden, wenn kleinere Fehler an einer Stelle zu verbessernsind, an welcher das Bild in einer irreführenden Weise nicht ver-ändert werden kann, so z. B. wenn in einem Negativ Nadelstichemitten in einem gleichmäßig schwarzen Felde gedeckt werden sollen.Die Retouchefarbe (z. B. Neu-Coccin) wird mit einem feinen Haarpinselaufgetragen. Fehlerhafte Stellen werden auch mit einem sehr weichenBleistift (Faber „Castell “ Retouchestift) ausgebessert.
Es ist ratsam das Negativ zuerst zu lackieren, weil dann dieRetouchefarbe mit Wasser und Bleistiftstriche durch Terpentinöl wiederentfernt werden können, ohne das Negativ stark zu gefährden. Damitder Bleistift leichter zeichnet, übergeht man die Stelle mit Mattolein.
Mattolei'n: Damharz.10 g
Terpentinöl (rekt.).75 ccm
Benzin.75 ccm
Lavendöl. 5 ccm
Zur Retouche werden eigene Pulte benützt.
Bezeichnungen, wie Signatur und Nummer der Handschrift könnendem Negativ nachträglich noch beigefügt werden, indem man eineCelloidinfolie mit Gummi überstreicht, trocknet und dann mit Tuschebeschreibt, wieder trocknen läßt und mit Gummi auf das Negativaufklebt. Nach etwa 24 Stunden kann die Folie abgezogen werden.Besser ist aber, den Text mit Autographentinte auf Uebertragungs-papier zu schreiben und dasselbe auf die feuchte Stelle des Negativeszu quetschen und trocknen zu lassen. Dann wird das Papier be-feuchtet, so daß es sich leicht abziehen läßt, während die Schrift imNegativ bleibt.
12. Das Diapositiv. 2 )
Das Diapositiv ist für Projektion und für Vergrößerungen be-stimmt. Ihre Emulsion ist viel weniger lichtempfindlich als Brom-
1) Leitfaden der Retouche für Negativ und Positiv. Von J. Paar. Leipzig 1900. Die photographische Retouche mit besonderer Berücksichtigung dermodernen chemischen, mechanischen und optischen Hilfsmittel. Vou G. Merkator.Verlag W. Knapp, Halle a. S. 1899.
2 ) Die Herstellung vou Diapositiven. Von P. Hannecke, Verlag G. Schmidt,Berlin 1904. — Die Diapositivverfahren. Von G. Merkator, Halle 1908. — Die
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