Von Negativ B wird dann das Diapositiv B I gewonnen unddieses so auf das Negativ A gebracht, daß die zweite Schrift genaudurch das Diapositiv gedeckt wird. Eine Aufnahme dieses Platten-paares mit Durchsichtsbeleuchtung liefert das Negativ C, dessen Kopiedie Primärschrift der zweiten Schrift gegenüber hervorhebt.
0. Mente und A. Warschauer haben ein vom Negativ A ge-wonnenes Diapositiv in Verbindung mit Negativ B direkt auf Brom-silberpapier vergrößert und die Verwendungsmöglichkeit der SannschenDiapositivfolien (Chlorsilber) erwähnt, ohne dabei nähere Angaben zumachen.
Das Verfahren wird nun so ausgeführt werden, daß zwischen dasNegativ B und das Kopierpapier die Diapositivfolie, welche die Kopievom Negativ A trägt, gebracht wird.
Auf dem Positiv tritt dann die Primärschrift kräftig, aber mitunscharfen Rändern hervor, während die zweite Schrift hell und gutabgegrenzt erscheint.
Die zwischen dem Negativ B und dem Kopierpapier liegendeDiapositivfolie verursacht nämlich eine Zerstreuung des Lichtes unddaher Unschärfe, welche sich besonders an zweifelhaften Schriftstellennachteilig bemerkbar macht.
Um diese Mängel zu vermeiden, wurde das Verfahren vom Ver-fasser zunächst in dem Sinne umgeändert, daß die Aufnahme B nichtauf eine Platte, sondern auf einen Entwicklungsfilm gemacht wird.Von Negativ A wird ein Diapositiv auf Glas angefertigt. DerAufnahmefilm B kommt dann zwischen das Diapositiv A I und dasKopierpapier zu liegen. Auf diese Weise wird die Primärschriftscharf, während die zweite Schrift noch unscharf erscheinen kann.
Mit folgendem Verfahren,!) bei welchem alle Folien ausscheiden,wird aber jegliche Unschärfe vermieden. Von Negativ B wird eineKopie hergestellt und die Sekundärschrift auf derselben mit demDiapositiv A I , das mit Quecksilberchlorid gebleicht wurde, überdeckt.Die Neuaufnahme der vereinten Kopie und Diapositiv gibt nicht nurdie Sekundärschrift, sondern auch die feinsten Details der Primärschriftscharf wieder, was besonders bei paläographisch wichtigen Textensehr erwünscht sein wird.
Die zweite Schrift erhält mit diesem Verfahren den Ton desPlanums, wodurch die Primärschrift sehr kräftig hervortritt. DieNegative A und B können auch in verkleinertem Masstabe aus-geführt werden. Zerstreute Fragmente eines Buchstaben werden da-durch zusammengezogen und liefern auf der vergrößerten Neuauf-nahme eine einheitlichere Zeichnung. Dabei kann für Negative Aund B ein kleineres Plattenformat gewählt werden, was eine er-hebliche Kostenverminderung mit sich bringt.
■) D. R. P. a.Beiheft 44.
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