Selben die Primär- und die Sekundärschrift leicht unterschieden werdenkönnen und die Entzifferung der Palimpsestschrift, welche oft noch sehrschwierig ist, bedeutend erleichtert wird.
Aus diesem Grund ist die Anwendungdes Verfahrens allgemein erwünscht. DieKosten desselben sind aber wenigstensdrei- bis viermal größer als bei der ge-wöhnlichen Wiedergabe der Schriften.
18. Die Photographieohne Kamera. (Playertypie.) *)
Die verschiedenen Versuche einerphotographischen Wiedergabe von Hand-schriften und Drucksachen mit Entwick-lungspapier aber ohne Kamera wurdenzuerst von J. Peter und Dr. L. Vanino zu-sammengefaßt. Ueber den gleichen Gegenstand hat ferner Dr. Karlvon Arnhard eine Spezialschrift herausgegeben.
Die Illustrationen der beiden Werke zeigen, daß bei genauerArbeitsmethode und durch geeignete Auswahl des Kopiermaterialssehr brauchbare Bilder erzielt werden können.
Das Grundprinzip ist folgendes. Man legt auf das Original einlichtempfindliches Papier oder eine Diapositivplatte und beleuchtetdurch die Rückseite derselben.
J. Peter und L. Vanino haben als Beleuchtungsmittel phosphores-zierende Platten vorgeschlagen, welche auf die Rückseite des licht-empfindlichen Papiers gelegt werden.
In dem D. R. P. 204876 hat Dr. von Arnhard sich eine Vor-richtung schützen lassen, welche gutes Anliegen des Originals unddes lichtempfindlichen Papieres bezweckt, was zur Erzielung flecken-loser Bilder unumgänglich notwendig ist. Der Apparat gehört auchzu den besten Vorrichtungen, welche die gewöhnliche Photographiedas Glatthalten der Originalien mit denkbar größter Schonung ermög-lichen. Abbildung 10.
Der Apparat wird von der Firma F. Tröger, München , Clemens-straße 24 mit Spezialpapier und Entwickler in den Handel gebracht.Die Beleuchtung erfolgt mit einer elektrischen Röhrenlampe.
Bei all diesen Verfahren muß die Belichtungsdauer verlängertwerden, wenn das Planum des Originals nicht streng weiß ist. Werdennämlich für die Reflexion des Lichtes von weißem Papier 1200 Ein-heiten angenommen, so beträgt sie von Blaßgrün 500, von Gelb 150, von
>) J. Peter und Dr. L. Vanino „Die Luminographie“, Wien , A. HartlebensVerlag 1913. Dr. C. von Arnhard „Ueber Kopierverfahren mit und ohneKamera“, Verlag H. Lukaschik, München 1913. Manul-Druck. D. R. P. 204462.
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Abbildung 45.