unsichtbaren Abklatsch von gewöhnlichen, sowie von sog. sympathe-tischen Tinten sichtbar zu machen.
Die älteren Tinten der Römer und Griechen konnten oft miteinem Schwamme oder sonstwie abgewaschen werden. Es ist daherzunächst anzunehmen, daß Texte, welche mit diesen Tinten (wahr-scheinlich Ruß mit Gummi) geschrieben sind, nur ausnahmsweise mitsolchen Verfahren sichtbar gemacht werden könnten. Später ge-brauchten die Alten saure und metallische Tinten. 1 )
Schriften mit sauren, ja vollständig farblosen Tinten hergestellt,können, wie mehrere Versuche mit modernen Tinten dem Verfasserbestätigt haben, mit diesem Verfahren wiedergegeben werden.
Man preßt im Dunkeln auf das Schriftstück während mehrererStunden (12 — 14 und mehr) ein Chlorsilbercitratpapier. Dann läßtman das Papier sich am Lichte färben. Die Schriftzüge erscheinenin hellem metallischen Glanz auf braunem Hintergründe. Der Abzugkann nicht fixiert werden; er hält sich aber dauernd. Die gebräuch-lichen Fixierbäder würden das Bild auflösen.
Benützt man das Celloidinpapier „Anker Matt“ so wird es durchBelichtung zuerst rot, dann marmoriert und endlich schwarz. DieSchrift hebt sich auch hier mit metallischem Glanze ab. Aehnlichverhalten sich andere Chlorsilberpapiere. Sie können oft physikalischentwickelt werden z. B. mit Merciers Galliosentwickler, und dannfixiert werden.
Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man in einen Behältermit Wasser weißen Phosphor legt, so daß nur eine kleine Spitze(sonst kein Resultat!) aus dem Wasser hervorragt. Man zündet diePhosphorspitze an und bringt das Chlorsilberpapier mit der Seite,welche mit der unsichtbaren Schrift in Berührung war, gegen denaufsteigenden Dampf, wobei der Behälter abgeschlossen werden muß.Nach kurzer Zeit erscheint die Schrift auf leicht gelbem Hintergrund.
Auch wird der Abklatsch sichtbar, wenn man anf das Chlor-silberpapier (Solio) eiuen Strahl Quecksilber aus der Höhe von 20bis 30 cm fallen läßt. Ein Uebergießen mit Quecksilber ist erfolglos.Das Bild kann in verdünntem Ammoniak entwickelt und dann fixiertwerden. Setzt man die unsichtbare Schrift ca. 15 Minuten demdirekten Sonnenlichte aus und bringt sie in Preßkontakt mit einerBromsilberplatte oder dgl., so wird ein entsprechendes Bild nachlangsamer Entwicklung (Rodinal) erscheinen.
Bei diesem Verfahren ist durchschnittlich ein langer Kontaktgeboten, im Herbste und Winter wochenlang.
Wenn Schrift und Chlorsilberpapier in einem Rahmen gepreßtgleichzeitig dem warmen Sonnenlicht ausgesetzt werden, erscheint dasBild bei manchen kräftigen Schriften in wenigen Minuten. Ebenfallskann das Verfahren dadurch beschleunigt werden, daß man das Chlor-