Ernst I., Herzog zu Sachsen-Gotha.
Geb, d, 25. Dez. 1601. gest. d. 26. März 1677.
Ein Muster hoher Regententugenden, voll Gottes-furcht und Frommsinn, daher der Gottesfürchtige,der Fromme nicht aus Schmeichelei, sondern durchgeschichtliche Wahrheit genannt, tapfer und menschlichals Kriegsmann und Feldherr, weise und umsichtig alsHerrscher und ein würdiger Ahnherr und Stammvaterzum Theil noch immer blühender sächsischer Fürsten-häuser, verdient dieser Fürst, daß sich die Nachwelt anseinem Bilde erfreue und zu ihm Hinblicke wie zu einemWandellosen Sterne.
Herzog Ernst I. wurde seinen Aeltern Johann Herzogzu Sachsen-Weimar und Anna Dorothea Maria, Prin-zessin von Anhalt-Köthen, in der Landcsresidenz ge-boren. Von 11 Söhnen, mit denen dieß Fürstenpaarsich gesegnet sah, war Ernst der neunte. Sein ältererBruder Wilhelm wurde Stammvater des S. Weimar-schen Hauses, und ein jüngerer war Bernhard, derhochgefeierte unsterbliche Held des dreißigjährigen Krieges.Die Erziehung der sächsischen Prinzen war stets einewissenschaftliche und religiöse, nach der Väter Beispiel,die mit Treue und Aufopferungsfähigkeit die einmal
erkannte und schwer errungene evangelische Wahrheitfesthielten, doch fehlte dabei nicht der ritterliche Antheilam Erziehungsgeschäft, der die Prinzen zu befähigensuchte, auch im heiligen Kampfe für Vaterland undGlauben das Schwert zu ziehen und tapfer zu führen,so wenig wie die Anweisung zur Leitung der Geschäftedes Staates und der Regierung, denn damals warendie Regenten noch gewohnt, mit eigenen Augen hellund scharf zu blicken und ihre Scepter in eigenenHänden fest zu halten.
Des jungen Herzogs milder und frommer Sinn,der seinen ganzen Lebensweg begleitete, that sich imJahre 1628 recht augenscheinlich kund; er machte zurAufhülfe der Geistlichen und Schuldiener eine Stiftungvon 27,000 Gulden, in welche seine Vrüder willigten.Bald darauf zog er zu Felde, und als im Kampfeum Donauwörth das Heer der protestantischen Unionüber den Lech setzte, war Herzog Ernst der erste, dessenRoß die Hufe in das feindliche Land schlug. In derSchlacht von Lützcn kämpfte Ernst gleich seinem BruderBernhard heldenmüthig; Ernst war es, der nach König