loS, aber glücklich, ernste strategische Studien zu machen,hinreichende Muße vergönnt war, und rissen ihn dannwieder aus diesem Stillleben hoch auf die Wogen desKampfes gegen Preußen, den Friedrich II. begonnen.Von nun an war Laudon's Leben nur eine Kette vonSiegen, deren glänzendster den Fcldzug des Jahres 1757bei der Belagerung von Prag krönte. Maria Theresia ernannte den Helden jetzt zum Generalmajor, und balddarauf, da Laudon unablässig neue Kränze des Ruh-mes zu den schon erstrittenen fügte, zum Fcldmarschall-lieutenant, und schmückte ihn eigenhändig mit dem Groß-krcuz des Theresienordcns, indem sie ihn zugleich inden Reichsfrciherrcnstand erhob.
Laudon rettete 1759 die von den Russen schon gegenPreußen verlorene Schlacht bei Kunnersdorf, wurde dar-auf zum Feldzeugmeistcr ernannt und empfing von derrussischen Kaiserin einen mit Brillanten besetzten Ehren-degcn. Jetzt hatte der große Prcußenkönig das volle
Recht, zu sagen: „Der Mann gefällt mir nicht" — doch. ehrte er anerkennend Laudon's unübertreffliche Felv-herrngaben. Laudon hoffte nach kurzen Unterbrechun-gen sein ruhmgekröntes Leben in goldener Ruhe, mitder Thätigkeit eines Landwirthcs auf seinem LustschlosseHadersdorf beschließen zu können, aber noch einmalriefen ihn sein Geschick und sein Kaiser an die Spitzeder Armee gegen die Türken. „Laudon!" war dasFeldgeschrei, vor dem der Feind nicht Stand zu hal-ten vermochte. Kaiser Joseph ernannte den greisenHelden zum Generalissimus, und schmückte seine Brustmit dem brillantnen Sterne des Theresien-Groß-kreuzes, das nur der Kaiser selbst als Großmeister desOrdens zu tragen berechtigt war. Auf die höchsteHöhe des Ruhmes und aller Ehren gehoben, endeteLaudon als 74jähriger Greis. Ein einfaches Grabim Parke zu Hadersdorf trägt die viel sagende In-schrift: Hier liegt Laudon.