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Johann Heinrich Pestatozzi.
Gcb. d. 12. Jan. 171«, gcst. d. 17. Fcbr. 1827.
xLiner der edeln Geister, welche von der Vorsehungvorzugsweise zu Wohlthätern der Menschheit berufensind, die reiche Saaten des Segens durch fruchtbringen-des Wirken ausstreuen und deren Name ruhmvoll durchdie späteren Zeiten fortklingt. Pestalozzi, der deutscheAlaun mit dem fremdländisch klingenden Namen warSohn eines Arztes und wurde zu Zürich geboren.Seine Erziehung bei Verwandten war nach des Vatersfrühem Tode eine einfache, schlichte und gottesfürchtige,und dies blieb durch sein ganzes Leben die Eigenthüm-lichkeit seines Wesens und Charakters.
Frühzeitig erwachte in Pestalozzi der Beruf, Men-schen zu bilden, sie aus der niedern Stumpfheit derLebensstellung zu höheren Anschauungen zu leiten, ob-schon er selbst anfänglich in den Wissenschaften schwankte,welche er ergreifen sollte. Er begann das Studiumder Theologie und gab es auf, ebenso das der Rechte.Zu jener Zeit trat Nosseau, der berühmte französischePhilosoph auf, und schilderte in seinem Buche Emiloder die Erziehung alle zahllosen Mängel der bis-herigen Erziehungsweise. Dieses Buch machte Epoche
in ganz Europa , es half den Philanthropismus unddie Philanthropie gründen, es wollte die Menschenpraktisch erzogen haben, weniger durch die Religion,als durch das Leben. Honig und Gift waren in demBuche beisammen, wie in einer schönen Blume, derenäußerer Reiz und süßer Duft anlocken und — be-täuben.
Pestalozzi beschloß, angeregt durch den Emil, sichganz der Volksbildung zu widmen, kaufte sich bei Bern ein Grundstück, baute sich an, wurde Landwirth. Indas von ihm erbaute Haus Neuhof nahm der vomedelsten Streben durchdrungene Menschenfreund 1775eine Anzahl hülfloscr Kinder auf, denen er Vater wurdeund an denen er die neuen Erziehungsgrundsätze er-probte, die er dann auch durchführte, unbeirrt durch dieallzeit rege Vcrkennung, ja Verkctzernng seines uneigen-nützigen Thuns. So entriß er nach und nach überhundert Kinder dem leiblichen und sittlichen Elend undVerderben, erzog sie zu praktisch brauchbaren Menschen,und ward nun auch durch Volksschristcn thätig, welchenngcmein große Verbreitung fanden. Unter diesen sind