Gcl>, IM, gest. d. 12. Dez. IRN.
Ein frommer Eiferer, männlich festhaltend am einmalin Wort und Lehre, Glauben und Offenbarung fürwahr erkannten, dabei kühnen reformatorischen Geistes —stand Schwcnkfeld achtunggebietend unter den Zeit-genossen, und schaartc um sich zahlreiche ihm treuanhängliche Bckenner seiner Lehren,
Schwcnkfeld war Abkömmling einer altadcligcnFamilie, und wurde auf seinem Rittersitz Ossigk,eine Stunde von Lüden im Hcrzogthum Licgnitz, ge-boren. Er erhielt die Erziehung eines Junkers undstudirte zu Cvln, besuchte auch noch andere Hochschulen,dann lebte er an mehreren Fürstcnhöfen als Kavalier,lernte als solcher noch griechisch und warf sich, als diereformatorischen Bewegungen in Sachsen und in derSchweiz begannen, auf das Studium der Kirchenvater,um aus den Quellen zu schöpfen. Er nahm amSt. Johannescollegium zu Liegnitz ein Canonicat an,und folgte mit Begeisterung dem Aufschwung Luther'sund der Verbreitung von dessen Lehren, wobei abersein sclbstdenken, denn er wollte nicht blindgläubigerNachbeter sein, ihn in das gefährliche Gebiet religiöser
Schwärmerei und Ueberspannung verlockte. Als Canonicus neigte er sich noch völlig zu Luther's Lehreund widmete dem Bischof von Brcslau, Johann vonSalza, eine Schrift, in welcher er diesen aufforderte,sich ebenfalls der geläuterten Lehre zuzuwenden unddiese einzuführen. Eine andere Schrift eignete Schwenk-feld dem ihm gütevoll gesinnten Herzog Friedrich vonLiegnitz zu, in welcher er sich über den Mißbrauch desEvangeliums aussprach, aber dadurch manchen Anstoßerregte. Der Bischof von Brcslau zumal hatte nichtdie mindeste Neigung, die Reformation einzuführen,und that feindliche Schritte gegen den Mann, welcherselbst so große Neigung zeigte, auf eigene Hand derReformator Schlesiens werden zu wollen. Der Herzogvon Liegnitz war weniger abgeneigt, auf eine Kirchen-verbesserung in seinem Lande einzugehen, wie der Bi-schof von Brcslau; da aber Schwcnkfeld's Meinungen,namentlich in der Abendmahlslchre von jener Luther'sund der Wittenberger Theologen merklich abwichen, soveranlaßte der Herzog Schwenkfeld , sich mit Luther selbstzu besprechen. Diese Unterredung fand im Jahre 1525