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Ulrich von Hutten
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II. Auftritt.

N?orms.

Eine Halle mit Treppenaufgang zum Reichslagssaale.

Hütten kommt hastig die Treppe herab. Luther rritt miteinem Reichsherolde vom Eingange des Gebändes her aufHütten will an ihm vorbei, als ob er ihn nicht bemerkte.

Luther (auf »utten zu:) Grüß Euch Gott , Herr Ritter!

Hütten (sich nach ihm umsehend:) Grüß Gott, BruderMartinus!

Luther (bietet ihm die ,vand:) Ich bitt' Euch, HerrRitter, bewahrt mir auch fürderhin Eure Freundschaft!Laßt Euch unsere Unterredung von heute Morgen nichtkränken und zürnt mir nicht ob meiner Meinung!

Hütten: Ihr könnt Euern Entschluß nicht ändern?

Guther i Es ist nicht meine Ansicht, daß man dasEvangelium mit Morden und Brennen verteidigen undschützen müsse. Ich habe mich in Gottes Hand gegeben.Er wird es recht macheu und sein heiliges Wort nichtdem Antichrist überliefern.

Hütten- Wie wollt Ihr denn Freiheit des Glau-bens erlangen, wenn Ihr nicht die weltliche Machtbrecht, die alle Freiheit unterdrückt?

Luther : Muß die weltliche Macht gebrochen sein,so thut es Gott . Ich vertraue auf ihn. Er hatmich berufen, und er wird mir helfen, meinenBeruf zu erfüllen.

Hütten: Ihr beharrt bei Eurer Weigerung?

Luther : Ich bin in Gottes Hand nur ein schlechtesWerkzeug. Der Meisel ist kein Hammer. Ich thue,was meine Sendung ist, nämlich das reine Wort Gotteswieder aufrichten. Habt Ihr einen andern Beruf, somögt Ihr ihn erfüllen. Ich will Euch nicht darobschelten.

F. Erich Helf, Ulrich von Huttcu.

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