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Ulrich von Hutten
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Unsere Wege gehen jetzt auseinander. Gott mages vielleicht schicken,, daß sie in Zukunft uns hier unddort einmal zusammenführen. Aber reisen müssen wirgetrennt.

Hütten: Habt Ihr denn kein Herz für unsergeknechtetes und zerrissenes Volk?

Luther - Der Glaube wird es befreien undeinigen.

Hntteu (imch einer Pause:) Ihr bleibt fest, harterMann?

Luther : Ich kann nicht anders! Aber wir wollenFreunde bleiben, Herr Ritter. In unsrer Zeit thut'snot, daß die Guteu und Ehrlichen zusammenstehen, undehrlich meinen wir es ja beide. Schlagt ein! Gott hat jedem von uns ein ander Feld gegeben. Thuejeder seine Arbeit in dem seinigen, dann kann's nichtfehlen.

Hütten (nimmt die gebotene Hand)! Ich wünsche EuchGlück auf den Weg. Die Würfel fallen heute nichtnur über Euch.

Luther: Gott verläßt mich nicht. (Er schreitet mit demReichsherolde nach der Treppe. Georg von Freundsbergist aufgetreten und tritt zu Luther.)

Huttru: Von ihm nichts zu hoffen nichts!Und so fest hatte ich auf ihn gerechnet! O mensch-liche Kurzsichtigkeit!

(Ein Edelknabe ist aufgetreten und betrachtet zweifelnd Hntten).

FreNIldSverg (am Treppenaufgang zu Luther-) Gottsteh Euch heute bei!

Luther: Dank Euch, Herr Feldhauvtmcmn.

Freuudslierg: Wenn Ihr Euch eines Irrtums inEurer Lehre bewußt seid, dann will ich Euch raten,widerrufet! Wenn Ihr aber Euer Gewissen rein wißt,dann bleibt fest und standhaft! Unser Herr im Himmelwird's gut machen.

Luther: Meine Lehre ist Gottes Lehre. Vor Gott ,unserm höchsten Herrn, getraue ich mich zu verant-worten, wie viel mehr vor Kaiser und Reich!