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Ulrich von Hutten
Seite
91
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II. Mitritt,

Ivonns.

Wohnung des Prinzen Ferdinand,

Heinrich von Nassau, ein Nage,

Page' Die königliche Hoheit wird gleich hiersein, (ab,)

Nassau (nachdenklich:) Wir sind doch recht armseligeTröpfe, wir Menschen! Hiebe können wir schlagen,aber den Schlag leiten unsichtbare Mächte. Wir habenkeine Gewalt über die Folgen unseres Thuns, und wirerkennen sie nicht eher, als bis sie unabwendlich ge-worden. Einen Feind wollte ich verderben, und dennötigsten Freund schleudere ich mit hinab in denAbgrnnd,

---Aus sich heraus soll sich das Volk

neu gebären," Ein großer Gedanke! Gegen ihnist unsre schwindsüchtige VerkleisterungSpolirik die elenvestcStümperei. Wir kriechen von einem der Fürsten minandern, erbetteln bei jedem ein Feverchcn, und mit demgeschenkten Flitter putzen wir unsere Ohnmacht. DenSturm im Volke aufgreifen, mit ihm ans einen Schlagall' die selbstherrlichen Fürsten hinwegfegen! Werdas vermöchte! Ich bin zn schwach, zu feige für solch'ein Werk, Sollte er es vermögen! Nein, aucher nicht! Dazu braucht es einen göttlichen Geist.Von uns schwachen Menschen geleitet, muß das Wagnis

mißlingen, nnd wir sind ohnmächtiger als zuvor.----

Wenn er ein göttlicher Geist wäre? Wo der Ge-danke blühte, sollte da nicht die That reifen können?--(heißer lachend i) Jetzt ist's zn spät! Im Nord-wind ist die Blüthe erfroren.