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Frenndsörrg (während er mit Luther und dem Rcichs-herolde die Treppe hinaufsteigt!) Mönchlein, Mönchlein, Dugehst jetzt einen schweren Gang, desgleichen ich undmancher wackere Kriegsmann in der gefährlichstenSchlachtreih' nicht gegangen ist. (ab mit Luther und demHerolde.»
Der Edelknabe (ist an Hütten herangetreten:) Seid IhrUlrich von Hütten?
Hütten: Der bin ich. Was willst Du?Edelknabe: Seid Jhr's gewiß?Hntten: Kerl —!
Edelknabe: Dann hab' ich etwas für Euch! (giebt
ihm einen Brief.)
Hütten: Von wem?
Edelknabe: Ihr werdet's sehen! (rasch ab.>
Hlltteil (erbricht den Brief und liest: wild.) Frau vonBergen! Ha —ha! (er zerreißt »nd zerknittert wütenddas Papier.)
(Eitelsritz von Zollern tritt auf.)
JollkNl i erkennt Hütten; überrascht:) Gott ! — BistDu's?
Hlltteil (erschrocken auffahrend: srcndig:) Zollern!Zollern: Woher, alter Freund? — Seit wann bistDu hier?
Hütten: Gestern kam ich an, geradewegs von Pavia .Zollern: Laß Dich betrachten! — Der alte noch?Hntten: Noch ganz Dein alter Hütten!Zollern: Gott sei's gedankt, daß wir Dich wiederhaben! Wir entbehrten Dich hart.Hntten: Ich fehlte Euch?
Zollern: Dein vorwärtsstürmender Geist fehlteuns. Wir sitzen faul auf unsern Nestern, und —
Hntten: Und handeln nicht! — Deine HandZollern! Ich bin entschlossen, das Große zu beginnen.Du wirst mich nicht im Stiche lassen — Mich lüftet's,ein Gericht zu halten über die Henker desVaterlandes, und die Bluthunde an Schufteu-stricken baumeln zu sehen, daß die Raben