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und Krähen der ganzen Welt wochenlangFeste halten können, — Sickingen wird alt!Die eifersüchtige Vergangenheit hält ihn noch in ihrenKrallen. Die Jngend ist das rollende Rad, das Alterder lästige Hemmschuh. Wir Jungen wollen zu-sammenhalten und eine Zukunft bauen wieeinen mächtigen Dom, vor dem die ganzeMenschheit staunt und anbetet.
Zollrrin Zähle auf mich! — Gebiete! Weise mireinen Platz und eine Aufgabe!
Hütten: Zollern, Du wirst mich verstehen. Duvielleicht allein von allen. — Befreie Deine Seelevon aller Kleinlichkeit unsrer Zeit, von allen trübendenVorurteilen, und dann folge mir auf eine Höhe, vonwo Du unbehindert durch kleine Hügel, ein weites Landüberblicken kannst Vergangenheit und Zukunft sollstDu schauen und den großen, ewigen Gedanken, dervon der einen zn der andern die Brücken schlägt,
(grvß.' Das heilige römische Reich deutscherNation geht in Trümmer. Es ersteht ein deutschesVolk, ein Volk, das nicht Herr noch Knecht, nochFürsten noch Ritter, noch Eigene kennt, ein Volk vonfreien Männern.
ZollkNN Welchen Gedanken —! So neu — sounerwartet!
Hütten: Erkenne unsere Zeit! — In der Religionhat es begonnein Frei und gleich sind wir alle vorGott ! Und ich sage Dir: Aus Erden sollen wir'swerden. Unser Volk bat das Weltenschicksal zu dergroßen Ausgabe auserlesen, wir sollen sie erfüllen gegeneine Hölle von Feinden. Durch die Erfüllung werdenwir stark. Alle, die uns zersplittern, die Wächter unsrerOhnmacht, unsere tausend Fürsten , derer einer den andernbefehdet, sie sind nicht mehr, nnd alle freien deutschenMänner werden einige Brüder sein. — Zollern, ver-stehst Du mich'? Schwindelt Dir nicht bei dem Blickin die Tiefe der Weltenseele?