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Hütten: Glaubst Tu, sie könnten Dich schützen?— Sie werden den Fürsten Einhalt gebieten, aber nie-mand wird gehorchen.
Sillnngcn: Der Landgraf von Hessen nicht;der haßt mich; der Churfürst von Trier haßt michnoch mehr. Aber der mächtigste von ihnen, der Chur-fürst von oer Pfalz, wird von mir lassen. Er istein genauer Herr, und noch nie hat er sich dem Kaiseroder dem Reichsregiment widersetzt. Er wird mich sogarschützen, wenn's mit des Kaisers Wille geschieht. —Und wenn auch nicht, — was ist das schlimmste, dasuns treffen kann? — Bert ha ist sicher. Der Land-graf und der Churfürst von der Pfalz sind Edel-männer. Sie werden sie schlitzen, besser als wir eskönnen. — Und ich? — Wenn die Burg übergebenwerden muß, so werden sie mich in ritterlicher Hafthalten und in Ehren behandeln, bis meine Sache beimReichsregiment entschieden ist.
Lrrtha: Ulrich, wenn Du mich liebst, verzieh' nicht
länger! Kutten kämpft gewaltig mit sich selbst.)
Sickillgen: Jedes Verweilen verzögert die Gefahr.Morgen, vielleicht heute Abend schon, kannst Du nicht
mehr von uns, auch wenn Du willst.--Leb wohl,
Hutteu! — Leb wohl!
HllttkN (noch einer Weile; gebrochen.) Leb wohl! (reichtihm die Hand.)
Sirliiilgciu Schlimme Zeiten trennen uns. Viel-leicht daß gute uns wieder zusammenführen!
Hntttil (vernichtet.) Leb wohl! — Mir ahnt--
(sinkt mit einem Schmerzensruf vor Sickingen auf die Knienund faßt seine Hand!) — So mußt' es ausgehen!
SilllilMIl (gerührt; legt ihm die Hand aus's Haupt:)Meiu Sohn! — Wir haben getreulich zusammenge-standen. — — Geh' denn hin! — Nimm meinenSegen mit!--Wenn es denn sein mnß--
(kann vor Bewegung nicht weiter sprechen.)
HlltttN (steht auf: sich zusammennehmend:) Leb wohl!(Sickingen drückt ihm stumm die Hand.)