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Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896
Entstehung
Seite
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der Münzprägung erholt. Die Zirkulation von Papiergeld, welchesdie Stelle der Rupien ersehe, habe ausfallend zugenommen, und ausden im Vanfe von Jahrhunderten angehäuften Schätzen feie» viele Rupien n?den Verkehr gelangt. So sei der Bedarf des Landes nach Zirkulations-mitteln gedeckt uud Indien hätte kaum ctnias zn gennnnen, weun es uutcrder Bedingung, daß die lateinische Union die Prägung von Silber wiederaufnimmt, auch seiue Münzstätten wieder eröffnen würde,

Der Abgeordnete von Manchester habe für gut befunden, einen per-sönlichen Angriff aus ihn (Redner) wegen einer vor 1? Jahren in der Looiet^vk »rts gehaltenen Vorlesung zn machen, in der der Redner, wie er glaubt,znerst in England aussührte, daß es ei» Irrtum sei, dost wegen der Verluste derRegierung Indien als ^and unter dem Bimetallismus gelitten habe, Erhabe diese ^rage durch einige Jahre in Indien stndiert und möchte dieallgemeine Ansicht äußeru, das? das Studium des Bimetallismns einefesfelude geistige llebnng sür scharfe Denker sei, die eine Vorliebe sürParadoxen hätten (Heiterkeit), Er selbst neige zwar nicht zur Mctaphusil,aber die ^rage habe ihn angezogen, so daß er bei seiner Rückkehr ans Indien,Ivo er geschäftliche Erfahrungen gemacht habe, iu jeuer Schrift die ^ragevom indischen Standpunkt behandelt uud seiue Meinung augedeutet habe,daß Indien vielleicht ans Kosten Englands gewonnen habe. Es würdewohl wenige Mitglieder des Hauses geben, welche noch jetzt in allenBlinkten gleicher Ansicht wären, wie vor 15 Iahren, und es sei sürJedermann vorteilhaft, einen (Gegenstand von verschiedenen Gesichts-vuukteu aus prüfen zu können. Mit größerer Erfahrungsei er zn der Ansicht gekommen, daß der Bimetallismns möglich wäre,wenn alle Vnndcr die gleiche Relation annehmen und zugleich die Regie-rungen die Silbcrprodnktion nntcr ihre >>tontrole nehmen, d, h, einMonopol daraus machen würden. Diese zwei Bedingungen seienvraltisch unausführbar, uud es sei nicht billig, zu zweifeln, ob er,Redner) ein Bimetallist sei oder nicht, Der ehrenwerte Baronet, dersich der Zchrist vor 15 Iahren erinnerte, hätte sich auch seiner Rede voracht Iahren erinnern dürfen, wo er nach dem Bericht der ^ilinigl, Kom-mission, welche die Unmöglichkeit einer Relation aussprach, deuBimetallismus für praktisch uuaussührbar erklärte. Das habeer auch als Abgeordneter für ^ldham seiueu Wählern öfters dargelegt,so daß man wohl nicht sagen könne, ganz Vaueashirc sei einig sür Bimetal-lismns, Run habe mau behauptet, daß ein Ucbereinkommen der Ber-einigten Staaten, Deutschlands, Frankreichs nnd der ^ilberländer zneiner festen Relation sichren könne. Er aber glaube, daß dies ohue Mit-wirkung Englands , die man deshalb beständig anstrebe, unmöglich sei,England habe nun stets eiue autonome uinabhängige) Stellung iu dieser^rage eiugeuommeu, so daß man ihm sogar Selbstsucht vorwars. DieAnnahme des Bimetallismus sei aus dein kontinent mißlungen, denn dieSchließung der Münzen war die ^olgr, nicht die Ursache der Ent-wertung des Silbers, Bimetallismns heiße, das Spiel in Silberbefördern nnd nnsere Währung im Interesse der Silber erzeugendenoder befugenden Länder verschlechtern. Wenn England sich der Bewegunganschließe, würde es gegeu die Prinzipien des Verkehrs handeln, Ver-wirrung in sein Handelssystem bringen nnd die (Grundlagen jenes groß-artigen tausuiänuisclieu (Gebäudes unterwühlen, das aus gesuudeu Finanzen,inakellvsem Kredit uud össeutlichem Vertrauen in einer viele (Heucrativnenumfasseudeu Arbeit errichtet worden ist,