lich bestimmte. In den Konferenzverhandlungen zwischen den Ver-tretern der beiden Kammern wurde das sogenannte Shermangesetzzusammengeschmiedet, nach welchem das Schatzamt monatlich4 500 000 Unzen Silber zum Marktpreise kaufen und dieselbenmit Schatzuoten (den sogenannten Shermannoten) bezahlen sollte.Das Gesetz enthielt aber eine Bestimmung, welche einen bedeutendenFortschritt in der Währungsgesetzgebung des Landes bildet. Sher-man hatte es nämlich in den Konferenzberatungen durchgesetzt, daßein Satz in das Gesetz eingebracht wurde, der es als eine fürdie Währungspolitik feststehende Verpflichtung der VereinigtenStaaten erklärte, die Parität der beiden Metalle aufrechtzuerhalten.
Von Anbeginn an hatte man im Publikum vermutet, daßman das Shermangesetz nur mit Rücksicht auf das Zustandekommendes Mc. Kinleygesetzes adoptiert hatte. Daß dies tatsächlich derFall gewesen, wurde erst im vorigen Jahre von Senator Tellerim Senat unumwunden zugegeben. Sherman, dem es nie rechtgefallen konnte, daß das widersinnige Gesetz mit seinem Namengetauft wurde, hatte in einer Rede die Dinge so dargestellt, alsob die republikanischen Senatoren das Gesetz bloß mit der Absichtangenommen hätten, einem eventuellen Gesetz für die freie Silber-prägnng vorzubeugen. Darauf erwiderte Teller, das Gesetz seilediglich und allein eine Abfindung mit den Silbersenatoren ge-wesen, um ihre Stimmen für die Mc. Kinleybill zu gewinnen.Sherman war nicht im stände, diese Behauptung zu widerlegen.Auch hatte er schon einige Jahre früher Tellers Darstellung derSituation im vorans und in sehr naiver Weise so gut wiebestätigt. Bei der Feststellung der Menge des zu kaufendenSilbers, so ungefähr sagte Sherman, ging man von dem Stand-punkte aus, die ganze amerikanische Produktion, damals ca.45 000 000 Unzen, müsse vom Staate aufgekauft werden; dannsei von anderer Seite geltend gemacht worden, es würden inden Vereinigten Staaten 9 bis 10 Millionen Unzen Silber durchVerhüttung mexikanischer Erze jährlich gewonnen. Es schien nurbillig, die ganze Silberindustrie des Landes ebenso in Schutz zunehmen wie die Fabrikindustrie. Also einigte man sich auf denjährlichen Kauf von 54 000 000 Unzen zum Marktpreise und auf dieEmission von Silbercertifikaten im gleichen Betrag mit dem Ein-kaufspreise des Silbers. Dieser Darstellung der Dinge ist auchReed, der Sprecher des Repräsentantenhauses, später beigetreten.Die Verschleppung des Zustandekommens der Zollgesetzgebungim Jahre 1890 erklärte er im „Forum" (Novemberheft 1896)durch den Einfluß der Silberleute: „'VVs Kack Kesu ZgoritiesÄ tc>8i1vör« (Wir waren dem Silber zum Opfer gefallen). Aus diesenGeständnissen geht klar hervor, daß das unselige Shermangesetznicht auf ein Währungs-, sondern auf ein protektionistisches Pro-blem zugeschnitten war. Eine noch verhältnismäßig gesunde