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mußte er durchaus beseitigt werden, und zwar nicht nur unterBeibehaltung, sondern vielmehr unter Verschärfung und Befestigungdieses Systems. Man griff das Werk an beiden Enden zugleichan. Man sorgte nämlich dafür, daß die Ausgaben bedeutend undpermanent vermehrt, und gleichzeitig die Einnahmen durch weit-gehende Erhöhung der Zölle verringert wurden. Wie die ersteHälfte des Problems gelöst wurde, erhellt ans folgeuden Zahlen:Während des Jahrzehnts bis Eude Juni 1889 betrugen die Staats-ausgaben durchschnittlich K 260 Millioueu jährlich, davon K 65 Mil-lionen für Militär- und Marinepeusionen; während der 4 Jahredes Präsideuten Harrison dagegen wareu die durchschnittlichen Aus-gaben H 425 Millionen, wovon K 131 Millionen auf das Kontoder Pensionen fielen.
Die Arbeit am anderen Ende des Problems bildete das be-rüchtigte Mc. Kinley-Gesetz, — ein Gesetz mit dem Zwecke, wie es inseinem Titel hieß, „die Einnahmen zu reduzieren". Diesem Zwecksollte hauptsächlich die Abschaffung des Znckerzolls (H 60 000 000jährliche Einnahmen) — welcher, wegen der geringen Produktionin Amerika , nicht als ein Schutzzoll anerkannt wurde — undeine schrankenlose Hinaufschraubung der Zölle bei anderen Warenin der Weise dienen, daß die Einnahmen durch verringerte Ein-fuhr fremder Produkte herabgemindert würden.
Diese Vorgänge auf dem Gebiet der Finanzgesetzgebung findenhier nur Erwähnung, weil sie im engsten ursächlichen Zusammen-hang mit der Silbergesetzgebuug des Jahres 1890 stehen. Umnämlich der Mc. Kinleybill im Senat die nötige Unterstützung zuschaffen, mußten die republikanischen Parteiführer dem Silberflügelder Partei aus den neuerlich in die Union aufgenommenen Minen-staaten Zugeständnisse machen. Die Mc. Kinleybill war schon am21. Mai vom Repräsentantenhaus votiert worden; zwei Tagespäter erschien sie im Senat und wurde dem zuständigen Aus-schuß überwiesen. Dort aber erfuhr sie eine lange Verzögerung.Von den republikanischen Silbersenatoren, die im Jahre vorherdurch 8 Stimmen aus den neu errichteten Staaten verstärkt wor-den waren, brachte z. B. einer den Antrag ein, der Ausschuß sollein seinem Bericht jede einzelne Zollerhöhung besonders begründen.Fast einen Monat lang blieb die Mc. Kinleybill im Finanz-komite des Senats stecken. Inzwischen aber hatten die republi-kanischen Silbersenatoren ein Abkommen mit den demokratischenSenatoren des Südens getroffen und eine Vorlage für die freieSilberprägung am 17. Juni l890 votiert. Am 18. wurde die Mc.Kinleybill endlich eingebracht; nach kurzer Zeit aber sah manvon ihrer weiteren Beratung ab, bis das Silbergesetz unter Dachund Fach'gebracht werde. Das Repräsentantenhaus hatte inzwischendie Freisilbervorlage verworfen und dafür eine Bill angenommen,welche den Einkauf von Silber in Höhe von K 4 500 000 monat-