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er erzählt, der Selbstmordgedanke sei auf den 17. Juli, deuTag der Hinrichtung Charlotte Cordaus, zurückzuführen.

Lux war nach Paris gekoimuen, erfüllt von der ganzenGlut eines gläubigen Jüngers, voller Sehnsucht, den Gegen-stand seiner Anbetung in der Nähe zu schauen, sich mittenin die Bewegung des neuen Lebens zu stürzen, das ihnmit seineu äußersten Schwingungen von fernher so ge-waltig ergriffen hatte. Er wohnte alltäglich den Konvents-sitzungen bei, und seine unschuldsvolle Seele ward durchdas Schauspiel der Kämpfe zwischen der Gironde und derMontagne vou Grund aus erschüttert und aus dem Gleich-gewicht gebracht. Während ihn seine radikalen Grundsätzenaturgemäß der letzteren zugeneigt machten, entsetzte ihn dieGewaltsamkeit ihres Verfahrens. Er wandte sich daraufden Girondisten zn und suchte namentlich Gnadet undPstiou auf, ohne indeß engere Verbindung mit ihnen an-zuknüpfen. Von der Katastrophe des 31. Mai zn Bodengeschmettert, ersinnt er den seltsamen Plan, mit einemAufruf zur Eiutracht vor dem Konvent zu erscheinen; undum seine Hörer durch die Größe und den Ernst seinerNeberzeuguug noch tiefer zu erschüttern, faßt er ven sonder-baren Gedanken, sich im selben Äugenblick, wo er seineAnsprache zn schließen gedenkt, eine Kugel durch den Kopfzn jagen.

Wenn wir versucht sind, zu glauben, daß ein solcherEntschluß uumöglich eiuem völlig gesunden Gehirn habeentspringen können, so ist es billig, sich einer ganz analogen,derselben Zeit ungehörigen Thatsache zu erinnern, die unsanzeigt, daß jene excentrische Anwandlung weniger auseiner persönlichen Sinnesverwirrung als vielmehr aus derwildbegeisterten uud verzweifelten allgemeinen Stimmungdes öffentlichen Lebens jener Tage herzuleiten ist. Am30. Mai, als die Erregung im Konvent auf ihren Gipfel