— 23 —
dem Aufenthalt der unsterblichen Götter Euch besuchen, bis wirendlich alle zusammen nach dieser Zeit der Prüfung uns wiedervereinigen.
Ich bin und bleibe stets Dein zärtlicher Freund.
Adam Lux.
Lux ahnte nicht, da er dieses schrieb, bis zu welchemGrade die Zukunft es übernehmen sollte, jene Klausel aus-zuführen, durch welche er seine Denkungsweise, das Bei-spiel seines Lebens und Todes seinen Töchtern vermachte.Niemals ist ein Vermächtnis vollständiger zur Ausführunggekommen. Marie, der Aeltesten, war es vorbehalten, zuleben und zu sterben wie ihr Vater, den sie nicht gekannthatte.
Ein zweiter Brief ist für denselben Jean Dumont be-stimmt, an welchen schon die oben erwähnten, vom Maiund September 1792, gerichtet waren. Nach einer Ein-leitung, die mit dem Anfang des Briefes an seine Fraufast wörtlich übereinstimmt, fährt er also fort:
Paris, 6. Juni 1793.
Ich glaube, daß mein Tod nützlicher als mein Leben seinwird, und einige Sensation der herrschenden Lrthargie gebenwird. Zwar lasse ich meine liebe Frau und meine artigen Kinder— ohne Stütze — allein Curtius, Dccius, Brutus, durften auchnicht so genau kalkuliren. Ucbrigcns erwarte ich, daß Sie meineunglückliche Familie nie vergessen werden. Mein Entschluß istreiflich überlegt und schon seit 1. Juni gefaßt. Der Zustandmeiner Empfindungen währenddcß verdiente wohl eine weitläufigeBeschreibung für den Liebhaber der Kenntniß des menschlichenHerzens, allein es ist mir eben nicht darum, lange zu schreiben.So viel nur sage ich Ihnen, daß der Zustand meinerEmpfindungen gleichermaßen hcstig und angenehm ist.
Zum Schluß vermacht er ihni seine Papiere, die jenererst nach zehn Jahren veröffentlichen soll, und versprichtihm, im Aufenthalt der Seligen oft seiner zu gedenken.