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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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Ueberlieferer sind selbst dein Gegenstand ihrer Mitteilungenins Jenseits vorausgegangen. Ich unterdrücke was vonUeberlebenden herrührt, und gebe im folgenden von dem,was die ans immer der Verantwortlichkeit Entrückten mirvertraut haben, nur einige Bruchstücke, die sich für diesenZweck unbedenklich gebrauchen lassen. Nur eiu paar ver-einzelte Striche und Punkte, ohne System und ohne ent-fernten Anspruch auf ein Gesamtbild, werden zum Vorscheinkommen, zerstreut schwankende Lichter, welche höchstenssolchen, die aus dem großen Material der Zeitgeschichte einVerständnis zu gewinnen streben, kleine Hilsc zu gewährenhoffen dürfen. Endlich zu ganz richtiger Würdigung desNachstehenden sei noch bemerkt, daß diejenigen, welchen ickdiese hie und da aufgelesenen Belehrungen verdanke,meistens dem Kaiser freundlich gesinnt waren, aber natürlichso freien und vorurteilslosen Geistes, daß ihre Auf-fassung und Darstellung inneren Wert durch die Gesinnungnicht einbüßten. Ich nenne beispielsweise den liebens-würdigen, mitteilsamen,skcptischen, unendlich feinen St. Beuve.

Den Helden des Romans ergreift kunstgerechterweisedas Geheimnis schon beim Eintritt in die Welt uud solgtihm in die Grust. War er der Sohn seines Vaters undder Vater seines Sohnes? Letzteren Teil der Frage zuberühren, verböte schon die Schicklichkeit, solange die Mutterlebt und würde erst zeitgemäß sein, wenn einst unwahr-scheinlicher- und deshalb möglicherweise Napoleon IV. denfranzösischen Thron besteigen sollte. Die erste Frage hatdie öffentliche Meinung von jeher ohne viel Kopfzerbrechenverneint. Unser trefflicher Johannes Scherr , welcher seinenEmperör" mit gesundem und gerechtem Zorn verfolgt, hatihn ins farbige Buch seiuer Geschichte unbedenklich als denjungen Holländer Verhüel eingeschrieben. Auch der vor-sichtigste Censor wird ihm nicht zur Sünde aurechuen, daß