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er sich damit an dem guten Ruf von Madame HortenseBeauharnais vergangen habe, auf den diese selbst mitphilosophischer Verachtung herabsah. Sie hatte den bravenKönig Louis durchaus nicht heiraten wollen, sondern denbübschen General Duroc, Aber Sticfpapa, Kaiser der Erste,vcrstaud keinen Spaß in irgendwelchen Diugen, uud Ge-horsam mar die erste Pflicht einer Prinzessin von Geblüt.War aber der Form genügt, so nahm es dann der Meisterin höchsten Regionen nicht mehr streng; nur für die Bürgerund ihre Ordnung war er im Punkt der ehelichen Treueder Weiber äußerst moralisch, wie aus seinen Reden imStaatsrat bei Anfertigung des Gesetzbuches erbaulich zulesen. Die Ehronik der bösen Znngen behauptete sogarbeharrlich, von einer ärgerlichen Scene zu wissen, die sicheinst im Kabinet Sr. Majestät zwischen dieser und ihremköniglichen Bruder von Holland begeben habe, deren Ur-sache die schöne Hortensia und deren Ende gewesen sei,daß das Haupt der kaiserlichen Familie plötzlich seinen ge-salbten Bruder an beiden Schultern gepackt, auf den Ab-sätzen herumgedreht und zur Thür hiuausgeschoben habe.Wie dem immer sei, es hat doch nicht wenige Leute vonUrteil und ohne Bornrteil für echtes Geblüt gegeben,welche unfern Charles Louis Napolcou Bonaparte für denechtcu Sohn seines legitimen Vaters hielten. Einer der-selben behauptete, eines Tages in den Tuilericn einemManue begegnet zu sein, welcher ihm durch seine täuschendeAchnlichlcit mit dem damaligen Kaiser Napoleon III. imhöchsten Grad aufgefallen sei. Die Sache, so berichtetmein Erzähler, ließ ihm keine Ruhe. Er frug und fruguud geriet endlich in der Person des seligen Herzogsv. Persigm), der als einfacher Monsieur Fialin in dieWelt und als Unteroffizier ins Leben eingetreten war, aneine mitteilsame Seele. Persigny , sagt er, versicherte mir