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aufs bestimmteste jener Mann sei ein natürlicher Sohndes Königs Louis, also ein unehelicher Halbbruder desKaisers, und lebe im Departement des Alpes maritimes,welches erst 1860 zu Frankreich kam. Ein anderer, welchervon dieser heimlichen Bruderschaft nichts wußte, vvu deraber viele Leute am Hofe Kenntnis gehabt haben sollen,stützte seine Vermutung der echten Sohnschaft ans diekonstitutionelle Aehnlichkeit in beiden Generationen. Deralte König Louis Hütte dauach gcnan an denselben ab-und zu eintretenden Anwandlungen von plötzlicher, oft biszur Ohnmacht gehender Erschlaffung gelitten, welche nach-mals wiederholt die Börscu Europas iu ähnliche Krampf-aufülle versetzte, bis die Schlacht vou Sedau der Quelledieses Uebels eine Ableitung gab. Ein solcher Anfalldauernder Erschlasfuug, sagte meiu Erzähler, hatte sich desKaisers im Sommer 1866 zur Zeit des großeu deutsch -österreichischen Krieges bemächtigt; „und nur aus diesemphysischen Vorgang müssen Sie sich erklären, daß wir allesgeschehen ließen, was ihr Deutschen damals uns zu Hohnund Schaden mit der europäischen Karte angefangen habt."
Ich habe stets eine gewisse Sympathie für den gntenKönig Lvuis gehabt, und sollte er wirklich durch Vererbungseines Gangliensystems etwas dazu beigetragen haben, daßwir uns zu Nikolsburg und Prag so unbehelligt mit demHause Habsburg auseinandersetzten, und daß der Kaiserdes großen Frankenreichs nicht dem Herrn v. Beruus zuHilse eilte, als dieser ihu im Namen der Zivilisation anf-forderte, der frankfnrtischen Nation gegen die preußischebeizustehen, so könnten meine Gefühle für den königlichenund ehelichen Märtyrer dadurch nur wachsen. Gewiß ist,daß bei der Nachricht der Schlacht von Königgrätz Drouyude Lhuys im Ministerrat beantragte, unverzüglich vonPreußen eiue territoriale Kompensation zn verlangen und