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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
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Napoleon kein Bonaparte, obwohl der Sohn des Königsvon Holland ist. Die Abzweigung ist wahrscheinlich schonaus den Vater zurückzuführen, denn Madanie Lätitia, diesronnne Dame, welche ihre Tage zu Rom in heiligenUebnngen beschloß, war auch in jungen Jahren nicht allerSünden bar. Mit dieser Exegese des imperialistischenMythus wäre allerdings das napoleonische Geblüt nichtgerettet, aber doch das Ramolinische; das Wortspiel, dassich daraus machen ließe, will ich Scherr nicht vor demMnnde wegnehmen. Schließlich wurde aufs bestimmtesteversichert, daß der Kaiser sich für den wahren Sohn desKönigs von Holland halte, trotzdem, daß ihm die land-läufigen Versionen nicht unbekannt, sogar gelegentlich imStreit von seinen? Vetter ihm vorgehalten worden seien.Ob er, bei gegenteiliger Ansicht, wohl jemals einem Drittendies zugestanden hätte?

Als es sich darum hcmdelte, dem jungen Prinzen, derbekanntlich teils in der Schweiz, teils in Augsburg erzogenwurde, einen Lehrer zu geben, wandte sich die Mutter nachFrankreich an den alten Anhänger des kaiserlichen Hanses,Herrn Vieillard, Freund Bsrangers, und gleich ihm Re-präsentant der gemütlich-poetisch-libcralen Sage vom kleinenKorporal, der sein Frankreich über alles liebte, Vieillard,der unter dein zweiten Empire Senator wurde, und, woer konnte, die Liberalen beschützte und gegen den Klcrnshielt, suchte auch einen Menschen von freisinnigen Ante-cedenticn nnd glaubte ihn in dem Sohne des Konvents-mitgliedes Philippe Lebas gefunden haben, der, seinerzeitmit St. Just in enger Freundschaft verbunden, nebendiesem als Kommissär des Konvents im Elsaß gestanden.Obwohl die Familie gegen diesen königsmvrderischenNamen protestierte, folgte doch Hortense dem Rate desFreundes. Ueber den pädagogischen Wert dieses Erziehers