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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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bruch zu verteidigen, durch den er sich des Thrones be-mächtigt hat. Jede Erörterung seines Charakters alsMensch und Regent kann erst einsetzen an der Stelle, wodieser Akt als ein Gegebenes angesehen und daran dieFrage gereiht wird: ob er, von dein verhängnisvollenFundament aus, auf dem er stand, sich schlimmer bewährthabe als, mit der Last solcher Vergangenheit beladen, un-vermeidlich war. So betrachtet, darf er vielleicht hoffen,vor dem Urteil der Geschichte der äußersten Verdammniszu entgehen, welcher ein Teil seiner Zeitgenossen ihn über-liefern will. Daß es ihm noch mehr auf den Scheinhoher Verdienste im Regiment als auf die Wirklichkeit an-kam, ist nicht zu bezweifeln: doch fehlt es nicht an An-haltspunkten für die Vermutung, daß er gern auch densachlichen Nutzen gestiftet hätte. Jede Regierung inFrankreich ist verurteilt, eine militierende Partei zu seinund aller Kunstgriffe sich zu bedienen, mit denen ihr auchder Gegner zu Leibe geht. Wer den Staatsstreich unter-nahm, konnte sich nicht einbilden, daß er sich behauptenwerde, wenn er die Presse und das Stimmrecht frei waltenlasse. Was die Rechte noch jüngst von Thiers verlangte,ein streitbares Regiment, Aouvki-nsm^llb cls c-orlid^dies war Napoleons zugewogenes Teil. Gewalt,Knebelung, Korruption waren davon untrennbar. Aberman wird noch nicht behaupten können, daß mit Wollustoder Grausamkeit mehr gewütet worden sei, als nötig war,um die Frucht der Erbsünde, des Staatsstreichs nämlich,in Händen zu behalten. Nach dem 2. Dezember, nachdem Orsinischen Komplott ward ein Schreckensregiment ge-führt, wie es der eigene. Schrecken immer eingiebt; diecynischen Genossen des Staatsstreichs beuteten solcheMomente aus, um ihre Macht und Sicherheit zu stärken.Doch kehrte immer wieder die Neigung zurück, es mit gelin-