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2 (1894) Charakteristiken
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danken gerecht zu werden, die sich mit der Vorstellungdieses bedeutenden Mannes verbinden, und weil ich liebereinem Einwurf gegen meine Auffassung Raum gewahrenwill, als ihn dein Verdacht aussetzen, man habe, nm ihnzu erheben nnd zu preisen, auch verdecken müssen, umsnicht vollkommen war an ihm.

Kehren wir nun zurück zu seiner politischen Thätigkeit.so sinden wir, daß anch auf einem andern Gebiete, dasscheinbar dem Rechte fremd ist, für ihn der Gesichtspunktder Gerechtigkeit der bestimmende war. In den letztensünf Iahren hat die Verkehrspolitik des DeutschenReiches, wie Sie wissen, einen bedeutenden, von ihm oftbeklagten Umschwung erfahren. Als es sich darum handelte,diese Verkehrspolitik aus der freien, die sie bis dahin ge-wesen war, zu einer unfreien zu machen, war mein FreundLaster im Anfang wenig von der Sache berührt. Ei'sympathisierte wohl im ganzen mit der überlieferten deutschenHandelspolitik, die deu freien Austausch der Produktennter den Völkern zum Grundsatze genommen hatte; ersympathisierte damit schon aus der allgemeine:: humanenAnschauung heraus, welche den Frieden im Verkehr derVölker untereinander fördern will: aber das Für undGegen der einzelnen wirtschaftlichen Erwägungen rührtesein Herz eigentlich wenig, nnd er war in Privaterörterungenüber diese Frage ost geneigt, zn glauben, daß ich undmanche seiner Frennde ans diesen Punkt wohl zn viel Ge-wicht legten. Aber als er daran ging, die rechtliche Seitedieser Umwälzung ins Ange zu fassen, als die nötigstenNahrungsmittel des Volkes besteuert werden sollten, alsdas tägliche Leben des bedürftigen Mannes erschwertwerden sollte zu Gunsten bevorzugter Klassen; als er merkte,daß es galt, die Großindustrie und den Großgrundbesitz zubegünstigen unter dem Scheine, dem armen Manne Wohl-