Druckschrift 
2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
142
Einzelbild herunterladen
 

142

fängnisscs anzukommen, und in dieser Stellung schafft sieMittel und Wege zur Flucht. Zunächst gelang es, ihnals krank ins Spital zu bringen, von wo aus das Ent-rinnen leichter zu bewerkstelligen war. Hillebrand, einausgezeichneter Turner, sollte mit einigen Mitgefangenenden Ausweg durch die Kloaken nehmen. Aber unterwegspackt ihn die Stickluft, er wird ohnmächtig, und, damit ander Romantik uichts fehle, trägt ihn einer der Gefährten,ein französischer Freischärler, dem er selbst in einem Gefechtdas Leben gerettet, auf seinen Schultern hinaus ins Freie.Sie kommen an den Rhein , badische Dragoner setzen ihnennach, die Kugeln pfeifen ihnen um die Ohren. Da er-barmt sich eiue gute Seele drüben am französischen User;ein Kahn kommt herbei, und sie sind gerettet! Die Schwesterfolgte nach Straßburg , brachte ihn uach Paris, Ivo siefrüher schon gewesen. Auf Hilfe vou Hause konnte er fürseinen Lebensunterhalt nicht rechnen, und so bewarb ersich um den Dienst eines Sekretärs bei Heine. Auch überdiesen Abschuitt seines Lebens sprach er weder oft, nochgerne. Demütigte ihn die Erinnerung an die revolutionäreSchwärmerei, so nicht minder die an dieDummheit",daß er aus seinem Verkehr mit Heine nicht mehr beob-achtet und aufgezeichnet habe. Selbst als ich ihn mitMadame Zaubert, der Freundin der letzten Jahre Heines,zusammenbrachte, wollte er nicht auftauen. Denke mannicht, falscher Stolz habe hier zu Grunde gelegen; er wardurch und durch bescheiden. Wie manchmal sagte er imernsten Zwiegespräch: zu deu Gelehrten rechne er sich nicht,ihm fehle die systematische Schulung. Das Wenige, waser aus jener Zeit im ganzen neun Monate in dieOeffentlichkeit bringen wollte, hat er in dem kurzen Briefan Prof. Hüffer in Bonn , der dessen interessanter Schriftüber den Dichter einverleibt ist, erzählt. Ich darf hier