sehen gelangt war. In seinem Bnch „Dino OornpaZui, Lvuäsnistvri^us littsrairs sur 6u Darlts s?aris, Dn-
ranä 1862)" wollte Hillebrand nicht sowohl diesen Chronistenallein als die ganze sür die Entwicklung der italienischenSprache so entscheidende Epoche behandeln. Das Werkumfaßt über 400 Seiten in eng gedrucktem Großoktav.An der Echtheit der Chronik war mit einer einzigen Aus-nahme nie ein Zweifel geäußert worden. Im Jahre 1858hatte nämlich Pietro Fcmfani solche Bedenken in einerZeitschrift aufgeworfen, und sie wären, wie Dr. Otto Hart-wig in Halle (Rsvus lnstori^uö, toms XVII> sagt, un-bemerkt vorübergegangen, wenn nicht Hillebrand selbst ineinem Anhang seines Buches sie hervorgehoben uud wider-legt hätte. Seitdem und gerade dadurch ist der Streitüber die Frage, ob nicht die Chronik jenes Konsuls derSeidenzunft von Florenz (1280—1320) das Werk einesFälschers sei, nicht mehr zur Ruhe gekommen. Abhand-lungen ohne Zahl und viele dicke Bände siud in diesen zwanzigJahren darüber geschrieben worden. Unsere gelehrten Lands-leute, deren Fleiß und Scharfsinn so viel Reiz darin findetzu „retten", was für schlecht oder falsch, und zu veruichten,was für gut oder echt gilt, haben selbstverständlich keinengeringen Anteil an diesem Streit genommen. Ein aus-gezeichneter deutscher Forscher, Professor Scheffer-Boichorst,hatte den Reigen der Angreifer eröffnet (Historische Zeit-schrift, XXIV); der Verteidigung kam zuletzt mit gewaltigerMacht ein bändereiches Werk des Professors Del Luugoin Florenz zu Hilfe, welcher eine neue Ausgabe der Chro-nik mit einer ungeheuren Ansammluug gelehrten Materialsüber die Frage herausgab. Del Luugo stellt sich, wie dieAkademie der Crusea, ganz entschieden auf die Seite Hille -brauds. Dieser selbst war, als die ersten Ansechtuugenauftauchten, wie natürlich, von seinen Neidern als das