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Opfer einer oberflächlichen Täuschung verspottet worden.Die „Lnti-ernariAeris prvte88org,1k", ein Wort, das schonetliche hundert Jahre alt ist, verrät, daß die Gewohnheitnicht ausschließlich den Deutschen zukommt. Hillebrandließ sich nie irre machen und hat auch auf den Rest vonZweifeln, die Del Lungo fest hielt, noch eine treffende Ant-wort gegeben. Auf jeden Fall steht tatsächlich fest, daßim Laufe der Zeit die Mehrheit der gelehrten Kritiker inder Hauptsache die Echtheit der Chronik wieder anerkannthat, und daß der Streit sicherlich nicht zu HillebrandsNachteil ausgegangen ist. Das sagt, denke ich, genug fürdie Erstlingsarbeit des damals kaum über die Dreißigzählenden Gelehrten.
Im Jahre darauf hatte die Akademie von Bordeauxeine Preisfrage ausgeschrieben: Hnsl8 swisut. 1'st,g,t <Zssrnoeurs et 1s. 6isxc>8itiov. 6ss S8^)i'it8 g.ux spoczuss,lzi'illa, 1a Konus ocnnsclik? — Ds8 s1smsnt8 analvAusssxi8tsnt-il8 Ärrjonrä'liui ?rs.r>LS?" Erst zwei Monatevor dein anberaumten Bewerbungstermine — so berichtetHillebrand in seiner Vorrede — bekam er Kunde von dieserAusschreibung, als er gerade im Begriff war, nach Deutsch-land zu reisen. Dennoch gewann er den Preis. DieSchrift ist 1863 bei Durand in Paris erschienen.
Kannte ich Hillebrand in dieser ersten Periode nicht,so hatte mich der Zufall mit dem Hause, in dem er auf-gewachsen war, iu Berührung gebracht. Der Vater warmir an der Gießener Universität ein lieber und verehrterLehrer gewesen. Seine Geschichte der deutschen National-literatur, von welcher der Sohn Mitte der siebziger Jahreeine dritte Ausgabe besorgte, ist noch heute ein weit be-kanntes und hochgeschätztes Werk.
Papa Hillebrand, aus dem Hildesheimschen stammend,ursprünglich zum katholischen Theologen bestimmt und nach
Ludwig Bombergcr's Ges. Schriste». II. Ig