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unendlich ausgebreiteten Bekanntschaft mit hervorragendenMännern und Frauen Europas , die ihn in den Standsetzte, jene vergleichende Wissenschaft von den sozialen Ver-hältnissen der großen Kulturvölker zu schaffen, welche viel-leicht den hervorstechendsten Bestandteil seiner Werke aus-macht. Es war ganz natürlich, daß sein äußeres Auftretendie glücklichste Verschmelzung der Studierstube mit demSalon versinnlichte; denn eine geradezu unglaubliche Leich-tigkeit des Aufnehmens und Produzierens machte es ihmmöglich, neben einer bewegten und stets gut aufgelegtenTeilnahme an der Geselligkeit ungemessenes Material fürseine schriftstellerische Arbeit zusammenzutragen und zuverwerteu. Wie er selbst bekennt, hatte er sich bis zumAusbruch dcs österreichisch-preußischen Kriegs von der Po-litik fern gehalten. Erst dieses große Ereignis entzündetein ihm, dem in Frankreich Einheimischen — er war natu-ralisiert — das heiße Begehren, durch Aufklärung überPreußen und Deutschland den so ties beklagenswerten Bruchzwischen den beiden Nationen verhüten zu Helsen . Aber essind höchstens die kleinen Fehler, denen durch Belehrungvorgebeugt werden kann. Die großen liegen so tief in derNatur der Menschen, daß sie gemacht werden müssen,und es ist schon ein seltenes Glück, wenn sie hinterher dieErkenntnis zurücklassen, daß sie Fehler waren.
Die „?rus8s oondöill^oi'g.ins^ giebt auf etwa 300eng gedruckten Seiten eine Schilderung der Ereignisse,welcher eiu kurzes Staatshaudbuch über Gesetzgebung, Ver-waltung, Rechtspflege, Finanz-, Kirchen- und Heerwesen,landwirtschaftliche, kommerzielle und gewerbliche Zuständeder preußlscheu Monarchie angehängt ist. Sie fand sovielAufmerksamkeit wie in Frankreich etwas fremde ZuständeBehandelndes finden kann.
War diese Schrift des Jahres 1867 der Belehrung