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in Florenz zum alten Heusc und zum ehrwürdigen GinoCapponi zu bringen, die ihm seitdem in die Ewigkeit vor-angegangen sind. Neben aller litterarischen Arbeit unter-hielt er eine starke Korrespondenz, und seine Briese sindso inhaltreich wie seine besten Schriften. In Deutschland ,Euglaud, Italien trauern viele der Auserlesensten nm ihn;in Frankreich haben einige hervorragende Gelehrte, mitdenen er früher eng verbunden war, und denen er nachwie vor gerecht blieb, ihre Beziehungen der gewolltenBorniertheit des nationalen Nachegefühls znm Opfer ge-bracht, so u. a. Taiue, mit dessen Geistesrichtung die seineverwandt war. Hillebrand besaß die Kunst, mit denGroßen der Erde ans gutem Fuße zu stehen, ihnen dauerndeAnhänglichkeit einzuflößen; gerade die Höchsten unter seinenVerehrern bewiesen ihm seit Jahren nnd bis in seine letztenLebenstage echt menschliche Freundschaft. Er war frei von allersozialen Eitelkeit, auch von der Eitelkeit der galanten Aben-teuer, zu welchen die Versuchung dem schönen, liebens-würdigen und berühmten Manne nicht schien konnte. DieEhe mit der im wahren Sinne des Wortes bedeutendenFrau, welche ihm die letzten Lebensjahre verschönte nndin der That, dank ihrer aufopferungsvollen Sorgsaltverlängerte, war die erst spät ermöglichte Besiegeluug einesin früher Lebenszeit geschlossenen, trcn bewahrten Herzens-bundes.
Im Anfang des Jahres 1881 wurde der bis dahinin der Fülle der Kraft prangende, noch jugendlich aus-sehende Mann plötzlich krank und kam nicht wieder zurRuhe. Daß seiu Leideu mir der augestreugten rastlosenArbeit der letzten zehn Jahre zuzuschreiben sei, möchte ichschon darum bezweifeln, weil sämtliche vier Brüder inder Blüte der Jahre dahingerafft wurden. Aber derKeim, der iu ihm schlummerte, ist ohne Zweifel durch die