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stellung hin wählen, und daß die Elten: dafür diedrückendsten Geldopfer bringen, weil man ihnen sagt, daßdie damit in der Zukunft gesicherte Gunst die schwerenAuslagen am sichersten wieder einbringen werde. Das istein öffentliches Geheimnis, welches an jeder Universität be-sprochen wird, uud die Sache selbst könnte sich nicht er-halten, wenn es sich nicht bewährte, daß viele hohe Be-amte in der Förderung von Stellenberechtigten danachfragen, ob der Bewerber einem Korps nnd welchem erangehört hat, oder vielmehr noch angehört, da ja die Mit-gliedschaft jetzt durch das ganze Leben bis ins hohe Alterfortgesetzt und durch Veranstaltungen in Kraft erhalten wird.
Wollte man diese Analogie mit der welthistorischenStiftung Loyolas wörtlich nehmen, so würde man natürlichder Übertreibung beschuldigt. Die Unterschiede der Grund-bedingungen und der tragenden Kräfte sind so ungeheuergroß, daß es lächerlich wäre, erst mit deren Auszählunganzufangen. Aber eine Ähnlichkeit des Bestrebens uuddes Sinnes, ja sogar des thatsächlich Erreichten ist dochvorhanden. Rechne man noch hinzu, was zur Ergänzungdes Werkes der Militarismus im engeren Sinne desWortes thnt, wie der Reservelieutenant mit dem Korps-burschen parallel geht und hier abermals Unterwerfungunter einen und denselben strengen Geist, äußere Haltungund Kameradschaft durch alle Sphären des Lebens inein-ander greifen; wie dem Ganzen ein gewisses Ideal, eineArt weltliche Kirche voll Glanz und Allmacht vorangestelltwird' so bleibt Stoff genug, um über die Analogie derAbsichten und der Mittel — aber auch über das Endesolchen Entwicklungsganges nachdenklich zu werden.
Man braucht den Kern der Ideen, welchen TreitschkesGeschichtsschreibung dienen soll, nicht lange zu suchen. Daspreußische Königtum in seiner persönlichen Verkörperung