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2 (1894) Charakteristiken
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dem Faden dieser Erzählung folgt, dem bleibt nicht einmaldie Zuflucht, welche Schiller seinen Hörern als letzte er-öffnet'So lange das Schicksal über so viel Begebenheitenden besten Aufschluß noch zurückhält, erklärt er <der philo-sophische Geist) die Frage für unentschieden, und diejenigeMeinung siegt, welche dem Verstand die höhere Befriedi-gimg uud dem Herzen die größere Glückseligkeit anzu-bieten hat."

Nur ein einziger Fels ragt aus dem weiten Meer dertrostlos sündigen Vergangenheit hervor, wenigstens bis zumJahre 1840, das ist nicht einmal Preußeu schlechthin, sondernso recht ganz und zweifelsohne nur allem seiu KönigFriedrich Wilhelm III.

Es giebt einen Punkt in jeder Debatte, wo der Streitendet, weil, wie die populäre Redensart besagt, gewissenBehauptungen gegenüber eben alles aufhört, auch derStreit.Man könnte denken, über diesen Gegenstand wären dieAkten geschlossen. Sie waren es auch, ehe noch Hermannvon Bönens Denkwürdigkeiten die letzte, jede Berufung ab-schneidende Besiegeluug brachten. Wozu all die Wider-wärtigkeit aufstöbern, die an einer der antipathischstenHerrschergestalten aller Zeiten schon haftete, ehe wir BoyensAussprüche lasen? Wozu vielleicht mauch ehrliches Gemüt,welches an Treitschkes kecker Herausforderung unschuldig ist,mit der Analusieruug eines Fürsten ärgern, dessen abstoßendeZüge aus den Mitteilungen gerade seiner trenestcn, er-gebensten Anhänger am schärfsten hervortreten, aus dem, umswir vou Stein, Scharnhorst, Gneisenau, Blücher, Clausewitz ,um uur die größten zu nennen, wissen? Nun haben wirnoch Bönen dazn, uud, damit es anch an den kleinsten, aberfür das Große fo bezeichnenden Zügen nicht fehle, läßtz. B. die Geschichte von dem übel vermerkten, weil schlechtbefestigten Zopfband vor der Schlacht bei Jena sogar nichts