dessen, welch kalter Lpott, welche Fülle des schneidendstenSarkaSmns für jene ersten Kämpfe um etwas Recht undFreiheit, die in Baden , Baiern, Hessen seitAnfang der dreißigerJahre geführt wurden! Welche Verachtung für die, welcheVersassung und Gesetz aus Vernunft grüudeu wollten, alswäre es nicht schließlich doch die Verminst, welche allem zuentscheiden hat, anch dein historischen Hochgefühl gegenüber,ob ein historischem Recht bener sei als ein rein verunnft-gemäßes.
Es ist merkwürdig, daß gerade in dieser ManierTreitschke die übertrumpft, welche er am meisten mit seinemteutonischen Zorn verfolgt. Börne hat nicht boshafter überden königlich bairisch blauen Himmel des jnngen Ottovon Griechenland und Heiue nicht satirischer über die schwarz-rotgoldenen Quasten nnd die leichtgläubige Pvlcuschwärmereigespottet, als eiu halbes Jahrhundert später der Geschicht-schreiber, der nicht, wie jene, die Entschuldigung für sichhat, daß er vom Mißmut der Augenblicksstimmung auf-gestachelt war und dem Bedürsnis gehorchte, den Stachel indie Seite der Mitlebenden zu bohren. Und wenn auch siesür die Schwäche und Hilflosigkeit der kleinbürgerlichenAuflehnungsversuche es au Sarkasmen uicht fehlen lassen,wo wäre beispielsweise unter ihrer Feder ein so abstoßendfrostiges Wort zn finden, wie da, wo Treitschke in seinerVornehmheit an dem Schicksal der wegen burschenschaft-licher Spielereien mit grausamen Strafen belegten Opfernichts zn beklagen weiß, als „das zwecklose Einerlei desGefängnislebens, in welchem so viele junge Männer ver-kamen"? Mit welcher auerkennenden Gelassenheit wirdu. a. als ein besonders kluger, ruhiger uud billiger Maunder Hessen - darmstädtische Minister Dn Thil vorgeführt,unter dessen Regiment der Prozeß gegen den Psarrer Weidigspielt, eine Hänsnng von Scheußlichkeiten, die noch heute