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wegung der Geister parallel mit der politischen unter denEindruck eines herabwürdigenden Gesammtnrteils zu stellen,freilich beides in konsequenter Verfolgung derselben Absicht,
III.
Professor Theobald Ziegler in Straßbmg hat in diesenBlättern") die Behandlung, welche dein großen deutschenGelehrten David Friedrich Strauß von Treitschke zuteilgeworden ist, zum Gegenstand einer besonderen Abwehr ge-macht. Schon aus Anlaß der vorausgegangenen Bändehaben andere Fachmänner, wie Baumgarten und Stern,sich gegen eine Reihe einzelner Darstellungen auf Grundkritischer und thatsächlicher Einwürfe erhoben. Mit dergegenwärtigen Besprechung ist weder die Möglichkeit nochder Anspruch verbunden, nach solchem Vorbild an die Cha-rakteristik des gesamten in diesem Bande verarbeitetenMaterials zu gehen. Sie muß sich begnügen, den Geistder Darstellung zu schildern und aus dem Gesammteindruckhie und da etwas herauszuheben, ums eiu besondersscharfes Licht auf die Eigenart des Verfassers nnd seineLeistung wirft.
Gerade zunächst als Ergänzung der von Ziegler imeinzelnen nachgewiesenen Irrtümer und Widersprüche bleibthier noch der leitende Grundgedanke zu kennzeichnen, ausdem sich Treitschkes ablehnende und selbst in Gering-schätzung verfallende Haltnng einem Manne gegenübererklärt, welcher in der Wissenschaft und in der geistige,!Bewegung seiner Zeitgenossen weit über die Grenzen Deutsch-lands hinaus hohe Verehrung genossen hat. Diese Haltnngliefert uns eben den Schlüssel zn dem ganzen Kapitel,
Nr. 16 der „Nation" vom 18. Januar 1390.