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deren nur fünf auftreiben, um zu zeigen, wie sie das großeDeutschland verderbt haben. Aber dies einräumend, setzter zn seiner Rechtfertigung wohlweislich hinzu, es sei jabekannt, wie die Juden sich in ihrer Wirkung verzehn-fachen tonnten; wo ein paar zusammeustäuden, machten sieden Eindruck eiucs großen Hanfens. Nach .Offenbarungdieser tiefen geschichtsphilosophischen Wahrheit zählt er diefüns anch ans: Rahel, Börne, Heine, Eduard Gans undwunderbarer Weise den Verleger Zacharias Löwenthal inMannheim . Solche Ehre hätte der ante Mann bei Leb-zeiten sich nicht träumen lassen. Er hat unter einem, nochvon ihm veränderten Namen (so wenig glaubte er an seineUnsterblichkeit) ein Geschlecht hinterlassen, welches in denReihen der christlich-deutschen Wissenschaft eine ehrenvolleStelle behauptet. Zum Christentum übergetreten warenübrigens alle fünf schon zur Zeit, als ihre unheilvolleWirksamkeit begann. Damit ist der Beweis geliefert, daßsich das Antisemitentnm nur auf die Rassenthrorie nndnicht auf die Religiou zurückziehen kann. Ohne ein genea-logisches Reichsstammbaumsamt wird demnach die großeReform der Zukunft uicht durchzuführen sein, und mandarf sich einstweilen ans die heiteren Enthüllungen freuen,mit welchen manches hochansehnliche Geschlecht beglücktwerdeil wird. Irgendwo im Verlauf seiner Erzählung hatder Geschichtsschreiber noch deu sechsten Juden ausgetrieben.Bei etlichen Stuttgarter Unruhen wird der jüdische elsasserBierbrauer Denninger aufgeführt. Dem Maun ist Unrechtgeschehen, und Treitschke in seiner peinlichen Gewissen-haftigkeit wird das sicherlich gut zu machen wünschen.Die von dem Stuttgarter Standesamt erteilte Auskunftlantet wörtlich:Joh. Jakob Denninger, evangelisch, Bier-brauer aus Schiltigheim bei Straßburg , geboren 21. April1787, gestorben 28. April 1860, Sohn des Partiknlier