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eine Begründung, welche für die Kenner der deutschen Littemtur unserer Tage, namentlich aber für die Leser der„Nation " eines Kommentars nicht bedarf. Doch, da ichmir einmal die Aufgabe gesetzt habe, an dieser Stelle selbstdem Buche das Geleite in die Öffentlichkeit zu geben, nullich versuchen, immer unter ausdrücklichem Hinweis aufGildemeisters eingehende und anziehende Introduktion, nochetwas zu Gunsten des hier gebotenen Lesestoffs zu sagen.Zwar die, welche einem mit der Frage zu kommen pflegen iwissen Sie nur denn gar nichts Schönes zum Lesen? sind inder Regel die schlechtesten Leser, denn für den wahren Freundnnd Kenner dieses Lebensgenusses giebt es immer mehrBücher als Zeit. Aber auch die Besten der Gemeinde undgerade die Besten am meisten nehmen es dankbar als einGeschenk auf, wenn ihr Augenmerk auf etwas Wertvolleshingelenkt wird.
Den Freunden der „Nation " ist Homberger selbst keinUnbekannter. Er hat ihr eine Anzahl interessanter Beiträgegeliefert, und als er uns plötzlich im vorletzten Sommerentrissen ward, ist ihm von dem jüngeren Mitglied? derRedaktion ein pietätvoller und wohlverdienter Nachruf ge-widmet worden. In früheren und späteren Zeiten ist ernicht minder durch seine Mitarbeiterschast an beinah allenbedeutenden periodischen Schriften Deutschlands beteiligtgewesen und hat sich in auserlesenen Kreisen warme An-erkennnung erworben.
Das Beste aus diesen zahlreichen Arbeiten ist hier nachsorgfältiger Prüfung zusammengestellt. Was auf den erstenBlick daran als ein seltener Vorzug in die Augen fällt,ist, daß sie vom Gang der Zeit nicht im geringsten in ihremWert berührt worden sind. Keine dieser verschiedenartigenAbhandlungen bedarf auch uur an irgend einer Stelle einererläuternden Bemerkung, um sie dem Verständnis am heuti-