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2 (1894) Charakteristiken
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mäßigen Besuch in Berlin für November angemeldet, um,wie gewohnt,über vieles sich auszusprechen". Dakommt auf einmal die schwarzgeränderte Botschaft. Inder Nacht vom Sonnabend zum Sonntag ist er plötzlichsanft entschlafen".

Wohl hatte er seit einiger Zeit geklagt, daß ihm dasArbeiten schwer werde. Aber was er arbeiten nannte, warso viel, daß, auch halbiert, noch ein volles Tagewerk nachgewöhnlichem Maßstab übrig blieb. Und bis in die letztenWochen hinein erschienen die Erzeugnisse dieses Rastlosenin der Öffentlichkeit. Wer ihn kannte, mußte wissen, erwird das Werkzeug nicht aus der Hand legen, bis ihn derletzte Hauch verläßt. Und so ist es gekommen.

Wenn man die Sammlungen der öffentlichen undprivaten Bildergalerien durchwandert, ist man darübererstaunt, wie viele Gemälde jeder einzelne Meister hinter-lassen hat. Auch die lange Reihe von Bänden berühmterSchriftsteller macht den Eindruck des Ungewöhnlichen.Aber es geht so viel in ein einziges arbeitsames Menschen-leben, und nur von dem allerberühmtesten bleibt alles er-halten und dringt zu Sinnen. Soetbeer war allerdingseiner der leistungsfrohsten und produktivsten Schriftstellerauf volkswirtschaftlichem Gebiete, und die gemaltige Zahlder Erzeugnisse seiner Feder geht schon über den Durch-schnitt, auch der fleißigen und langlebigen, hinaus.

Im November 1814 zu Hamburg geboren, publizierteer seiue erste Schrift im Jahre 1837,Versuch, die Urformder Hesiodeischen Theogvnie nachzuweisen", und aus dem-selben Jahre stammt seine Inauguraldissertationcls ir^nieoarAnrasnto Luripicli8 gnzzxlic-ullr". Er hatte Philologiestudiert. In den ConradschenJahrbüchern für National-ökonomie und Statistik" war vor einigen Jahren ein In-haltsverzeichnis sämmtlicher Schriften Soetbeers abgedruckt,