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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
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Hier waren die herrschenden Anstände, ihre Mängelund Unzuträglichkeiten, die Geschichte der vorausgegangenenVerbesserungsvorschläge, die den internationalen Münz-einigungen gewidmeten Bestrebungen, endlich die Aufgabenund Ziele der Gegenwart gründlich behandelt. Nachdemder Kongreß der deutschen Nolkswirthe die Frage derdeutschen Münzeiuigung bereits im Jahre 1860 angeregthatte, wurde dieselbe vom ersten deutschen Handelstag zuHeidelberg im Jahre darauf auf die Tagesordnung gesetztund bis Ende 1865 unausgesetzt auch im bleibenden Aus-schuß desselben betrieben. Damals, wohlbemerkt, drehtesich das Interesse noch hauptsächlich um die Münzeinheit,die Frage der Währung schwebte im Unentschiedenen.Aber sie rückte nach dem bekannten ersten Pariser, dielateinische Union begründenden, Münzkongreß von 1865auch in Deutschland der Goldwährung immer näher. Dervolkswirtschaftliche Kongreß, im Jahre 1868 in Hamburg versammelt, sprach sich bereits mit Entschiedenheit in diesemSinne aus. So war der Beschluß, welchen die Kommissiondes Handelstags mit Mehrheit im März 1869 zu Gunstender Goldwährung faßte, vorbereitet, und die in Ausführungdes Beschlusses angefertigte, mit den Anlagen dreiund-achtzig Quartseiten ausfüllende Denkschrift Soetbeersbildet den ersten großen Markstein in der praktischenEntwicklung des neuen deutschen Münzwesens. DieSchrift ist auch noch heute sehr lehrreich und interessantzu lesen.

Vom Jahre 1871 an beginnen Soetbeers Arbeitennaturgemäß den Gang der großen Ordnung unseres Münz-nnd Bankwesens auf Schritt und Tritt zu begleiten. Erhalf die Lösung jeder einzelnen Aufgabe vorbereiten, erfolgte mit seiner Begutachtung allen Stadien der parla-mentarischen Beratung und sammelte, sichtete und kommen-

Ludwig Bamberger's Ges. Tchristen. H.

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