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2 (1894) Charakteristiken
Entstehung
Seite
274
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könnte sagen, auf den Zuschauer, unausbleiblich. Natürlichnur, weil die Aufgabe doch ganz anders behandelt ist alsin einem Generalstabswerke, welches selbst ini besten Fallezu einer gewissen Trockenheit verurteilt ist. Der Autor isteben, wenn auch mit Sinn oder Liebhaberei für Kriegs-sachen begabt, vor Allem Historiker und zwar in des Wortesvoller Bedeutung, ein Beobachter, der mit den Augen desMenschenkenners und Politikers schaut. Alle Ereignisse,alle Personen, die er uns vorführt, werden je nach größe-rer oder geringerer Wichtigkeit aber immer mit Liebeund Feinheit portratirt. Das Werk ist auf fast jederseiner beiläufig zweitausend Seiten mit Noten aus-gestattet, und zwar stehen dieselben auf demselben Blattunter dem Text, ein Brauch, welcher der Form eines An-hangs am Schluß des Bandes unendlich vorzuziehen ist.Mir wenigstens will es scheinen, daß ein Leser, welchernicht durch die Ablenkung auf den Fuß der Seite gestörtsein will, ein sonderbarer Kunde ist. Man kann zur Er-klärung seiner Einrede doch nur vermutheu, daß er vonNoten keine Noüz nehmen möchte. Denn will er sie lesen,so ist es ihm sicherlich unendlich viel bequemer gemacht,wenn er sie sofort zur Stelle findet; verlangt er nicht dar-nach, so kann er, sie eben stehen lassen und ist überdies alsein uninteressirter auch ein so uninteressanter Leser, daß erkeiner Berücksichtigung wert ist. Die besten Leser sind die,welchen die Anmerkung noch lieber ist als der Text. Freilichkommt es auch hier wieder auf das Wie? an. Es giebtAnmerkungeu und Anmerkungen, la^otis st laZots. Hiersind die Anmerkungen niit derselben Geschicklichkeit behandeltwie der Text. Sie sind scharf und knapp. Vor Allemsind sie dem Aufschluß über die Personen gewidmet. Beiuahjeder Name, der uns vorgeführt wird, ist von dem, wasman in der Polizeisprache seine Personalakten nennt, be-