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welches Ziel er lossteuert und der seine Akten ausschließlichzu diesem Zweck sammelt. Er verfolgt damit auch eineganz bestimmte Absicht. Er will die heilige Legende vonden Wunderthaten des imprvvisirten Soldaten zerstören,um sein Land vor dem Vertrauen auf diesen Schutz zuwarnen. So wunderbar das Zusammentreffen dieser Arbeitmit den unmittelbar darauf folgenden Ereignisfen war, sokann man nicht grade sagen, daß sie in ihrer besonderenTendenz sich an den Thatsachen bewährt habe. Im Jahre1870 versagte nicht die improvisirte, sondern die regelmäßiggeschulte und organisirte Armee, aus Mangel nicht anTapferkeit, sondern an fähiger Oberleitung und Fuhrung.Wenn auch im Feldzug an der Loire im Winter 1870 - 71die von Gambetta zusammengerafften Truppen nicht seltensich die Blößen gaben, die eben bei der Art ihrer Ent-stehung und Zusammensetzung unvermeidlich waren, —und auch in seiner Lebensbeschreibung Chanzn's läßtChuquet uns darüber nicht im Unklaren — so kann manihnen doch im Großen und Ganzen ein bedeutendes Maßvon Anerkennung nicht verweigern, nnd dies ist bekanntlichauch von deutscher Seite immer zugestanden worden. DerVorwurf, welcher 1792 wie 1870 den Urhebern des Kriegesvon ihrem eignen Lande gemacht worden ist, daß man ihnbeschlossen habe, ohne bereit zu sein, trifft viel eher für denälteren als für den späteren Fall zu. Merkwürdiger Weisenämlich spielte das „on n'stait ps.s xret". welches hinter-her kommt, auch damals eine ebenso große Rolle, wie inden rückblickenden Urteilen unserer Tage auf den letztenKrieg. Nach den Niederlagen, welche die französischenTruppen bei den ersten Zusammenstößen erlitten, hieß esallgemein, daß man eben gar nicht vorbereitet gewesen sei.Chuauet citirt die Worte Lafauette's in einem Bericht vom6. Mai! „Ich kann nicht begreifen, wie man den Krieg hat