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2 (1894) Charakteristiken
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großen Staates hie und da einmal sagt, sie sei im Stande,einen Krieg heraufzubeschwören, nur um Verlegenheiten imJunern zu entgehen. Aber im Grunde ist diese Auffassungnur französischem Gedankengange nachgebildet und tat-sächlich niemals anderwärts Praxis gewesen. Einen großenFrieden, den von Utrecht, hat England einmal aus Motiveninnerer Kabinetsiutriguen gemacht, aber einen großen Kriegniemals. Nur die eigentümliche Organisation und Tempe-ramentsart der französischen inneren Politik kennt diesePferdekuren. Anderwärts hat man höchstens mit derkünstlich erregten Furcht vor Krieg in der inneren Politikoperirt. Im Frühjahre 1792 stand die Regierung miteiner desorganisirten, in Auflösung und Verwirrung ge-brachten Armee da, deren Disziplin gelockert war. Manrechnete darauf, diese au Zahl unzulänglich gewordeneregelmäßige Truppe durch selbstständige aus Freiwilligengeworbene Körper zu ersetzen oder doch zu ergänzen. Mitdem Wertverhältuis, in welchem diese Volontärs znr Liniestanden, beschäftigt sich die historische Kritik jener Zuständein erster Reihe, und sie ist für das unbefangene Urteilzweifellos dahin gekommen, daß sie die Linie, d. h. denRest der alten Cadres der Monarchie, bei Weitem für dentanglichsten, nach Manchen für den allein brauchbaren Be-standteil des Heeres erklärt. Die Berichte der im Feldestehenden Generale, so sehr sie die revolutionäre Empfind-lichkeit schonen mußten, deren Rache bekanntlich weder lang-sam noch schonsam war, können nicht umhin, immer wiederauf dieselbe Unterscheidung zurückzukommen. Nur die aller-wildesten und rohesten, später nach Belgien kommendenKonventskommissare verfolgen blindlings die Tendenz,Alles, was aus der monarchischen Zeit herstammt, zu zer-stören nnd auszurotten, Offiziere, die oi-cksvants sind, wiedie Stämme der Linie. Aber mit dieser einzigen Aus-