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2 (1894) Charakteristiken
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nähme bricht sich immer und überall die entgegengesetzteAuffassung Bahn, und das Problem, dessen Lösung dasPariser Kriegsministcrium ununterbrochen in Atem hielt,war die Frage! auf welche Weise soll das unentbehrlicheElement der Freiwilligen und des späteren Massenaufgebotsmit der Linie verbunden werden? sollen die Truppenteileaus diesen zwei verschiedenen Elementen gauz getrenntbleiben, sollen sie umgekehrt durch Einreihung, Mann fürMann, aus beiden Elementen in dieselben Cadres ganzverschmolzen, oder soll der einzelne Truppenteil, z. B. dasRegiment aus Bataillonen der einen und der anderenGattung zusammengesetzt werden? Letzteres System, welchesman das Amalgame nannte, trinmphirte zum Schluß 'uudgilt z. B. auch einem Skeptiker wie Rousset für das einzigeund beste.

Chuauet verfolgt, wie sich bei der Art seiner Dar-stellung erwarten läßt, diese Fragen mit der ihm eigenenAufmerksamkeit und Unbefangenheit zugleich. Er verwirftim Ganzen nicht unbedingt, wie Rousset, die Leistungender improvisierten Soldaten. Das ergiebt sich schon daraus,daß Ronsset nur die schlagendsten Aktenstücke in einem Bandzusammenstellt, während Chuauet in sieben Bänden dreiFeldzüge ins Einzelne hinein verfolgt und auf seinen Wegennicht selten auch Lobenswertem begegnet. Namentlich unter-scheidet er zwischen den Freiwilligen, welche im Jahre l79leintraten, und denen, welche ans dem das Vaterland inGefahr erklärenden Dekret vom 11. Juli 1792 hervor-gingen. Den letzteren schiebt er den bei Weitem größerenAnteil an dem Makel zu, welchen die ernüchterte Geschicht-schreibung auf diefe improvisierten Soldaten gehäuft hat.Und wenn hier der Mangel an jeglicher Disziplin konsta-tiert wird, so tritt in Wechselwirkung damit der entsetzlicheMangel an Ausrüstung und Ausbildung hinzu. Man hat